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Katalonien-Konflikt: Proteste gegen ein Klima des Vertrauens
Katalonien-Konflikt: Proteste gegen ein Klima des Vertrauens
( Link zum Originalbild | Urheber: Fabien | Pixabay | CC0 Public Domain )

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Zehntausende haben am vergangenen Sonntag in Madrid gegen die Minderheitsregierung von Pedro Sánchez protestiert. Die Demonstranten fordern, im Gespräch mit Katalonien weniger Zugeständnisse zu machen – man sei nicht bereit, weiterhin auf die zuzugehen, „die unser Land zerstören wollen“, so formulierten es drei Journalisten in einer Stellungnahme. Sánchez ist Chef der Partei PSOE, vergleichbar mit der deutschen SPD, und hatte zuletzt das Gespräch mit Katalonien gesucht. Die Protestanten vom Sonntag kommen aus der konservativen Partei PP, der rechtsliberalen Ciudadanos und der rechtsradikalen Bewegung Vox, sie forderten gleichzeitig auch Neuwahlen. Was sagen die Katalanen selbst zu den Protesten?

Mit Sánchez habe es die Möglichkeit gegeben, einen „pragmatischen Pakt“ zu schließen, schreibt Jordi Juan, Vizechef der katalanischen Tageszeitung La Vanguardia. Das Ziel: Ein Klima des Vertrauens zu schaffen und auf lange Sicht das Problem in Angriff zu nehmen, dass sich Millionen von Katalanen gegen eine Zugehörigkeit zu Spanien ausgesprochen hatten. Damit spielt er auf das Unabhängigkeits-Referendum vom Oktober 2017 an.

„Wenn das das Ziel war, Glückwunsch“

Die Bilder von der Demonstration gehören für Juan zu einer Verkettung von Ereignissen. Zu denen zählt er auch, dass die drei rechten Parteien seiner Meinung nach bei einer nächsten Wahl wohl gewinnen würden und dass möglicherweise der Artikel 155 angewandt werde: Mit dem kann die spanische Regierung die katalanische Regionalregierung entmachten, wenn die sich nicht an die Verfassung hält. Juan schreibt ironisch: „Wenn das das Ziel war, Glückwunsch.“ Den Prozess, der an diesem Dienstag gegen katalanische Politiker beginnt, nennt Juan „unfair“.

„Sánchez hat in Spanien eine große Zermürbung erfahren: Wegen des Treffens von Pedralbes, oder, weil er die Rolle des Vermittlers angenommen hat. Aber mehr kann man nicht verlangen, seine Partei riskiert bei der Wahl im Mai ihr Leben.“

 

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Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Nadja Tausche
Kommt aus:München
Politische Position:Versucht, alle politischen Richtungen zumindest neutral zu betrachten
Arbeitet für/als:Arbeitet als freie Journalistin unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Das Erste und The Buzzard
Was Sie noch wissen sollten:Nadja Tausche hat im bayerischen Eichstätt und in Barcelona Journalistik studiert.
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