Zurück zu allen Tagesempfehlungen
Wie viel Expertise steckt im Experten?
Wie viel Expertise steckt im Experten?
( Link zum Originalbild | Urheber: Gerd Altmann | Pixabay | Pixabay Lizenz )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

sie erklären uns täglich die Welt: Experten aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen sind gefragte Gesprächspartner für Journalisten und in vielen Medien präsent. Zur Einordnung von aktuellen Geschehnissen greifen Nachrichtensendungen häufig auf Experteninterviews zurück. Außerdem kommt kaum eine Diskussionsrunde im Fernsehen ohne Wissenschaftler aus, der dort Fachkenntnis sprechen lässt, wo die anwesenden Politiker sich zanken.

Außergewöhnlich kontrovers wurde das Expertenwissen zuletzt, als sich deutsche Lungenärzte mit einer Stellungnahme zu Abgasgrenzwerten zu Wort meldeten – eine Debatte, die wegen möglicher Fahrverbote in Innenstädten sehr emotional geführt wird. Die Expertise von Umweltorganisationen stand plötzlich gegen die von Medizinern, denen wiederum von anderen Medizinern widersprochen wurde. Es zeigte sich: Es kommt nicht nur auf die wissenschaftliche Daten an, sondern auch darauf, wer diese auswertet, deutet – und seine Interpretation über die Medien verbreitet.

Hierzu empfehlen wir heute ein Interview auf WISSENSCHAFTSKOMMUNIKATION.DE mit Melanie Leidecker-Sandmann vom Karlsruher Institut für Technologie. Sie war mit einem Kollegen der Frage nachgegangen, wer von den Medien als Experte interviewt wird. Konkret untersuchten sie die Nachrichtenberichterstattung über Gesundheitsthemen in den Jahren 1993 bis 2015 und ob die von Medien herangezogenen Experten wirklich zu den wichtigen wissenschaftlichen Vertretern ihres Fachs gehörten.

Natürlich gebe es nur eine begrenzte Anzahl sehr renommierter Wissenschaftler pro Fachgebiet, die nicht alle jederzeit für Medienanfragen zur Verfügung stünden, so Melanie Leidecker-Sandmann. Deutlich werde aber auch: Wissenschaftliches Renommee sei nicht alles – schon aus praktischen Gründen. So gebe es bei der Expertenauswahl etwa Unterschiede zwischen Wochenmagazinen und Tageszeitungen, möglicherweise weil letztere weniger Zeit zur Expertensuche hätten.

„Journalistinnen und Journalisten achten zwar darauf, dass die Interviewten zum Thema forschen, aber die wissenschaftliche Reputation stellt offenbar nicht das zentrale Auswahlkriterium dar.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.