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Kluge Investoren setzen auf grüne Unternehmen – und werden damit reich
Kluge Investoren setzen auf grüne Unternehmen – und werden damit reich
( Link zum Originalbild | Urheber: nattanan23 | Pixabay | Pixabay Licence )

Das Argument in Kürze

Wo andere pessimistisch in die Zukunft blicken, herrscht für Jochen Wermuth ein Freudenfest. In einem Interview mit der TAZ prophezeit der Finanzinvestor: Kapitalismus kann das Klima retten. Denn mehr und mehr Investoren würden sich darüber bewusst, dass Investments in erneuerbare Energien für Anleger die bessere Wahl sind. Sie sind nachhaltig und bringen deshalb langfristig eine größere Rendite, meint Wermuth.

Investment in grüne Firmen zahlt sich aus

Wer als Kapitalanleger erfolgreich sein will, sollte sein Geld in nachhaltige Projekte stecken – davon ist Wermuth überzeugt. Langfristig gesehen werfen nachhaltige Projekte eine größere Rendite ab. Denn die Produktionskosten, beispielsweise für Solarenergie, sinken weiter und auch die Nachfrage nach erneuerbaren Energien steigt weltweit kontinuierlich. Mit diesen Beobachtungen begründet Wermuth auf seiner Website, wieso sich das Investment in grüne Energien lohne.

Mit diesen Vorgängen setzt ein wesentlicher Mechanismus des Kapitalismus ein: was Geld bringt, setzt sich durch. Und wird damit auch neue Investoren anlocken. Wermuth selbst investiert seit 2008 ausschließlich in grüne Firmen. In jeden seiner Fonds investiert er selbst bis zu fünf Millionen Euro Eigenkapital. Trotz seines Optimismus folgen viele Finanzfirmen seinem Beispiel noch nicht. Als er im Interview mit der TAZ gefragt wird, warum das so ist, hat der Investor eine einfache Antwort: Vorurteile und Unwissen. Selbst erfahrenen Finanzmanager müsse er immer wieder erklären, dass sich die Produktion von Solarpanels inzwischen nach nur anderthalb Jahren amortisieren würde.

Bisher haben sich rund 10% der weltweiten Investoren zusammengetan, um ihr Geld ausschließlich in erneuerbaren Energien anzulegen. Aber die Gruppe wird in den kommenden Jahren wachsen, prognostiziert Wermuth.

Die Politik in der Pflicht

Auch wenn der Finanzmanager überzeugt ist, dass das kapitalistische System das Klima retten kann, fordert er: Auch die Politik müsse ihren Teil beitragen. So wünscht sich Wermuth unter anderem eine Co2-Steuer von 130€ pro Tonne. Und, er möchte, dass die Risikoanalyse für nachhaltige Energien angepasst wird. Denn noch sei das Investieren in nachhaltige Unternehmen für viele nicht attraktiv genug.

Pensionsfonds beispielsweise müssten höhere Rücklagen bilden, um in deutsche Windparks zu investieren als in die hochrisikoreichen Staatsanleihen von Griechenland. Auch der Finanzmarkt selbst sei zu konservativ, es gebe zu wenig Angebote an umweltfreundlichen Fonds. Aber Wermuth gibt sich zuversichtlich: die Zahl der Investoren werde kontinuierlich steigen und der Wettbewerb diejenigen verdrängen, die das Klima nicht schützen.

„Es gibt in Stuttgart eine Firma, die macht Papier nicht aus Bäumen, die in 45 Jahren wachsen, sondern aus Gras, das nur 45 Tage braucht. Tolle Sache: halb so viel CO2 und Chemie. Aber es gibt keine Kredite dafür. Warum? Weil sich nach der Finanzkrise 2008 die deutschen Banken aus dem Risikokapitalgeschäft zurückgezogen haben. Es gibt viel Geld für kleine Tech-Start-ups und riesige Fonds, die Milliarden in gewohnte Industrien, bestehende Windparks oder Immobilien stecken. Aber für neue Ideen hat keiner den Mut.”

Dieser Beitrag wurde empfohlen von: Maika Schmitt

Wer steckt dahinter?

Jochen Wermuth
Kommt aus:geboren in Bosten, USA. Lebt inzwischen in Berlin.
Politische Position:Bezeichnet sich selbst als freien Marktwirtschaftler; spendete 2016 300.000 Euro für den Wahlkampf der Grünen in Baden-Württemberg.
Arbeitet für/als:Chief investment officer bei der eigenen Vermögensverwaltung Wermuth Asset Management, die seit 2008 ausschließlich in grüne Firmen investiert.
Was Sie noch wissen sollten:verdiente seine erste Million bei Gazprom. Möchte nun den Vatikan auf 100% erneuerbare Energien umstellen und hat dem Papst für ein Jahr ein Elektroauto zur Verfügung gestellt.
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

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