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Wie geht man produktiv mit politischen Skandalen um?
Wie geht man produktiv mit politischen Skandalen um?
( Link zum Originalbild | Urheber: Gerd Altmann | Pixabay | CC0 Public Domain )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

in der U.S. Politik scheint zur Zeit ein Skandal den anderen zu jagen: Dieses Mal hat es den demokratischen Gouverneur von Virginia, Ralph Northam, erwischt. Letzte Woche wurde seine Seite aus dem Jahrbuch seiner medizinischen Hochschule von 1984 veröffentlicht. Eines der abgebildeten Fotos zeigt zwei Männer, der eine mit geschwärztem Gesicht, der andere in einer Ku Klux Klan-Verkleidung. Northam hatte sich zunächst für das Foto entschuldigt, ruderte einige Tage später jedoch zurück und behauptete, dass er nicht auf dem Foto abgebildet sei. Allerdings gab er zu, im selben Jahr sein Gesicht für ein Michael Jackson-Kostüm geschwärzt zu haben.

Viele seiner demokratischen Kollegen haben Northam bereits aufgefordert, zurückzutreten. Northam hat sich bisher jedoch geweigert, mit der Begründung, dass er durch einen Rücktritt für immer als Rassist gesehen würde. Er wolle weiter im Amt bleiben, um zu beweisen, dass er nicht auf dem Foto abgebildet ist und das Foto ihn als Person nicht repräsentiert.

Auch der Journalist und ehemalige Anwalt Dean Obeidallah ist der Meinung, dass Northam zurücktreten sollte. In seinem Kommentar für CNN stellt er jedoch auch die Frage danach, wie man produktiv mit solchen Skandalen umgehen kann. Obeidallah betont, dass man die Möglichkeit in Betracht ziehen muss, dass Menschen sich ernsthaft wandeln und ihre vergangenen Fehler wiedergutmachen. Das solle man sogar aktiv fördern, in der Hoffnung, dass andere sich auch wandeln. Als prominentestes Beispiel nennt er den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama, der sich als Senator 2004 noch gegen die Ehe für alle ausgesprochen hatte, 2012 aber eingestand, dass das ein Fehler gewesen sei und fortan die LGBT-Gemeinschaft tatkräftig mit seiner Politik unterstützte. Wandel sei essentiell für die Zukunft der Nation, schreibt Obeidallah, und müsse somit in jedem Fall unterstützt werden.

Die Frage nach dem Umgang mit solchen Skandalen wird in jedem Fall brisant bleiben, denn der mögliche Nachfolger Northams, Vizegouverneur Justin Fairfax, ist eines sexuellen Übergriffs beschuldigt worden.

„Wir sollten offen sein für die Macht einer echten Wandlung und Wiedergutmachung. Wir müssen Leuten erlauben und sie dazu ermutigen, sich zum Besseren zu Wandeln was Rassismus, Sexismus und andere Formen von Engstirnigkeit anbelangt. Und wir sollten diejenigen applaudieren, die sich ernsthaft ändern in der Hoffnung, dass es andere inspirieren wird, das gleiche zu tun.“

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Stephanie Berens
Kommt aus:Deutschland
Politische Position:Versteht sich als Feministin und interessiert sich für Gender und Queer Studies.
Arbeitet für/als:Studiert Amerikanistik im Master an der LMU München und ist Redakteurin bei The Buzzard.
Was Sie noch wissen sollten:Schreibt für das Münchner Studentenmagazin „unikat“ und hat bei The Buzzard sowie bei der Sedona Red Rock News in den USA Praktika absolviert.
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