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Wie El Chapo den mexikanischen Boden mit Massengräbern übersäte
Es gibt mehr Gemeinsamkeiten mit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, als wir glauben

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

er liebt Aufmerksamkeit – und die wird er in den nächsten Wochen auch weiterhin zur Genüge bekommen. Seit dem 5. November muss „El Chapo“, laut US-Handelsministerium der „mächtigste Drogenboss der Welt“, sich vor einem US-Gericht verantworten. Er ist in 17 Punkten angeklagt, darunter 33-facher Mord, Geldwäsche und illegaler Drogengeschäfte im Wert von 14 Milliarden Dollar – deutlich mehr, als beispielsweise das deutsche Familienministerium 2019 insgesamt zur Verfügung hat. Gestern haben die Geschworenen in seinem Fall ihre Beratungen aufgenommen. Schon am ersten Tag des Prozesses hatte ein Mitglied der Jury ersetzt werden müssen, weil es „zu viel Angst“ hatte.

Zurecht, wie eine umfangreiche investigative Recherche aus Mexiko zeigt. Der Text, der ursprünglich im Projekt „A dónde van los desaparecido?“ (übersetzt etwa: „Wo sind die als vermisst gemeldeten Personen?“) erschien, zeigt, wie viele Todesfälle der grausame Drogenkrieg in Mexiko gefordert hat und fordert. So viele nämlich, dass das Land übersät ist von Gräbern, in denen teilweise bis zu 500 Körper verscharrt wurden. Ein Team als Journalistinnen und Journalisten hat es sich zur Aufgabe gemacht, die bisher entdeckten Gräber zu zählen und auf einer Karte zu vermerken. Das Ergebnis: Zwischen 2006 und 2016 wurden in Mexiko beinahe 2000 Gräber gefunden – jeden zweiten Tag eins. Hinter jedem einzelnen der toten Körper steht eine traurige Geschichte.

Zwei Wachmänner für eine verlassene Mine nahe der Stadt Taxco im Bundesstaat Guerrero hörten eines nachts auf einmal Autos und begannen, den unerträglichen Geruch des Todes zu riechen. „Da unten lagen menschliche Wesen. Die haben da Leute rausgezogen, der Schacht war nicht leer“, sagte Viveros.“

Hier entlang zum Originaltext.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet unter anderem für The Buzzard, die Mitteldeutsche Zeitung und die Freie Presse Chemnitz als freie Journalistin.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.
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