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Darum ist Alexandria Ocasio-Cortez der Albtraum der Republikaner
Darum ist Alexandria Ocasio-Cortez der Albtraum der Republikaner
( Link zum Originalbild | Urheber: daddyodilly | Flickr | CC0 Public Domain )

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Alexandria Ocasio-Cortez hat während den US-Zwischenwahlen im November 2018 Schlagzeilen gemacht. Die 29-jährige setzte sich im 14. Kongressbezirk New Yorks gegen den Demokraten Joe Crowley durch, der bereits zehn Amtszeiten im Repräsentantenhaus hinter sich hatte, und gewann schließlich gegen ihren republikanischen Gegner Anthony Pappas. Anfang Januar wurde Ocasio-Cortez als jüngste Repräsentantin eingeschworen. Sie ist Mitglied bei den Demokratischen Sozialisten Amerikas und hat während ihrer Wahlkampagne versprochen, sich für Krankenversicherung für alle, Vollbeschäftigung, Elternzeit, kostenlose tertiäre Bildung und grüne Energie einzusetzen.

Seit ihrem Wahlerfolg ist sie aus der öffentlichen Diskussion in den USA nicht mehr wegzudenken. Viele Demokraten und junge Leute feiern sie für ihre Direktheit und ihr offenes Auftreten in den sozialen Medien. Doch aus konservativen Kreisen kommt scharfe Kritik. Die Politikredakteurin Laura Bassett schreibt für die HUFFINGTON POST, dass es jedoch nicht bei Kritik an der politischen Linie von Ocasio-Cortez bleibt, sondern dass Konservative bei jeder Gelegenheit versuchen, ihre Person zu delegitimieren.

Die konservative Zeitschrift THE DAILY CALLER habe beispielsweise ein Nacktfoto von Ocasio-Cortez verbreitet, das sich hinterher als Fake herausstellte. Ein republikanischer Politiker habe ihre Kleidung kommentiert und sich gefragt, ob ein schicker Anzug nicht unpassend sei für „ein Mädchen“, das behaupte, sich die Miete in Washington D.C. kaum leisten zu können. Auf Twitter sei ein Video zirkuliert worden, das Ocasio-Cortez beim Tanzen zeigte, „als ob das eine karriereschädliche Offenbarung sei“, wie Bassett kommentierte. Auf FOX NEWS habe ein republikanischer Stratege Ocasio-Cortez als „kleines Mädchen“ betitelt.

Warum konzentrieren sich Konservative so stark darauf, Ocasio-Cortez schlecht zu machen? Bassett schreibt, dass die vielen alten, reichen, weißen Männer eben noch nie eine junge Frau, noch dazu mit lateinamerikanischen Wurzeln, im Kongress gesehen haben. Zudem komme, dass sie Angst vor ihr hätten. Bassett zitiert den Neurowissenschaftler Bobby Azarian, der argumentiert, dass konservativ eingestellte Menschen sehr empfindlich gegenüber Bedrohungen sind und deshalb manchmal überreagieren, wenn sie sich bedroht fühlen. Ocasio-Cortez bedrohe Konservative jedoch nicht nur mit ihren politischen Ambitionen, sondern vor allem deswegen, weil alle Anfeindungen gänzlich an ihr abzuprallen scheinen.

„Das Problem für diese Männer ist, dass Ocasio-Cortez sich nicht dafür interessiert, was sie von ihr halten. Sie will nur für ihre politischen Ideen und Ambitionen Aufmerksamkeit, obwohl Frauen, die nach Macht streben, in den USA noch immer abgelehnt werden. Die typischen Strategien, die Männer benutzen, um Frauen abzuwerten – sie zu sexualisieren, sie abzuweisen, sie zu kontrollieren, sich über sie lustig zu machen, sie zu kritisieren, sie zu unterbrechen, sie für psychisch instabil zu erklären, sie zu demütigen oder sie zu missbrauchen – all das scheint völlig an ihr abzuprallen.“

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Stephanie Berens
Kommt aus:Deutschland
Politische Position:Versteht sich als Feministin und interessiert sich für Gender und Queer Studies.
Arbeitet für/als:Studiert Amerikanistik im Master an der LMU München und ist Redakteurin bei The Buzzard.
Was Sie noch wissen sollten:Schreibt für das Münchner Studentenmagazin „unikat“ und hat bei The Buzzard sowie bei der Sedona Red Rock News in den USA Praktika absolviert.
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