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Homöopathie hat keine wissenschaftliche Grundlage
Homöopathie hat keine wissenschaftliche Grundlage
( Link zum Originalbild | Urheber: angelorosa | Pixabay | Pixabay Licence )

Das Argument in Kürze:

In einem Interview mit Spiegel Online macht der Mediziner Edzard Ernst deutlich, wie wenig er von Alternativmedizin und Homöopathie hält. Für ihn entbehren die homöopathischen Methoden jeder wissenschaftlichen Grundlagen und entwickelten sich zu einem regelrechten Dogma.

Studien von Homöopathie-Befürwortern sind haltlos

Ernst betont mehrfach, dass Studien, die alternativmedizinischen Methoden eine hohe Wirksamkeit zuschreiben, entweder schlecht durchgeführt oder nicht wissenschaftlich seien. Er erklärt, dass die Zuckerkügelchen, die als Globuli verkauft werden, biologisch gesehen keine Wirkung haben könnten, da sie entweder extrem wenig  bis gar keine Wirkstoffe enthielten und mit fundamentalen Erkenntnissen der Wissenschaft nicht in Einklang zu bringen seien – etwa, dass Wasser ein Gedächtnis habe.

Ein Glaubenskrieg über Behandlungsmethoden

Der Mediziner findet, dass Homöopathen ihre Patientinnen und Patienten bewusst über die Ergebnisse der Studien belügen, da sie überzeugt seien, dass ihre Methoden Heilung versprächen. Darin sieht er die eigentliche Gefahr der Alternativmedizin: Der in seinen Augen geradezu militante Dogmatismus verhindere eine Weiterentwicklung der Methoden und eine kritische Auseinandersetzung damit.

Ernst erkennt durchaus die Verdienste der frühen Homöopathie an, vor 150 Jahren etwa Praktiken wie den Aderlass in Frage gestellt zu haben. Doch nun führten uneffektive Behandlungsmethoden dazu, dass kranke Menschen sich oder andere gefährden würden.  

Alternativmedizin befriedigt das Bedürfnis nach Zuwendung

Die hohe Beliebtheit der Homöopathie erklärt sich Ernst mit dem Bedürfnis der Menschen nach einem aufmerksamen Zuhörer. Heilpraktische Konsultationen beschreibt er als ausführlich und empathisch – oft im Unterschied zu schulmedizinischen Untersuchungen. Gerade seelische Leiden könnten dadurch besser behandelt werden. Aber auch hier fordert Ernst ein Umdenken: Heilpraktiker dürften ihren Patientinnen und Patienten keine Scheinmedikamente mehr verkaufen. Stattdessen müssten Probleme konkret angesprochen und dann zum Beispiel durch eine Psychotherapie behandelt werden.

 

„Wenn wir glauben, dass das Schütteln von Hochpotenzen uns heilt, wenn wir an die mystischen Kräfte und diesen ganzen Käse glauben, wenn die Menschen beginnen, wissenschaftliches Denken abzulehnen und der medizinische Aberglaube zurückkehrt, dann kappen wir unsere besten Traditionen, dann sind wir auf dem Weg zurück ins Mittelalter“

 

Dieser Artikel wurde empfohlen von: Maika Schmitt

 

Wer steckt dahinter?

Edzard Ernst
Kommt aus:Geboren in Wiesbaden, lebt in Cambridge und ist seit 1999 britischer Staatsbürger
Arbeitet für/als:Emeritierter Professor an der University of Exeter, studierter Arzt und bis 2011 Lehrstuhlinhaber für Alternativmedizin in Exeter
Was Sie noch wissen sollten:selbst in Homöopathie ausgebildet und als Patient alternativmedizinisch behandelt, forscht Ernst seit 25 Jahren an der kritischen Untersuchung der Alternativmedizin
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