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Die Debatte in einem Text
Die Debatte in einem Text
( Link zum Originalbild | Urheber: Devanath | Pixabay | CC Public Domain )

Schulmediziner warnen vor alternativer Medizin – Zuckerkügelchen und wissenschaftlich ungetestete Heilverfahren würden zwar viel versprechen, könnten aber gefährlich sein. Auf der anderen Seite steht die Schulmedizin in der Kritik: Ihr Fokus auf Krankheit und Heilung sei einseitig und ihre Mittel seien nicht für jede Krankheitssituation angemessen.

Das sagen die Befürworter alternativer Medizin

„Kügelchen wirken nicht.“ Dieses Argument würde man eher auf der anderen Seite der Debatte vermuten. Aber zumindest manche Befürworter alternativer Medizin sehen das so, zum Beispiel der ZEIT-Herausgeber Josef Joffe. Allerdings muss man das Argument ergänzen. Kügelchen wirken, weil wir daran glauben. Der Placebo-Effekt ist es, der Alternativmedizin wirksam machen kann. Und, schöne Grüße an die Schulmediziner, wissenschaftlich bewiesen ist dieser Effekt durchaus.

Es gibt nicht die eine alternative Medizin sondern viele Formen, Heilmethoden und Medikamente. Der eine glaubt an die heilsame Wirkung rötlicher Pulver, die andere an Handauflegen. Kein Wunder, dass viele Vertreter alternativer Medizin die Alternativen der anderen ablehnen. Neben dem Placebo-Effekt spricht aber trotzdem noch mehr für alternative Medizin: Deren Anwender nehmen sich oft die Zeit, sich um Kranke zu kümmern. Verbunden mit der Ausstrahlung, heilen zu können, kann auch das die Heilung fördern.

Schulmediziner fürchten Tote

Viele Schulmediziner halten ihre alternative Konkurrenz für esoterisch. Häufig kritisieren sie, die Studien, mit denen Alternativmediziner werben würden, seien falsch oder zumindest schlecht. Homöopathen würden oft auf diese Kritik aber keinesfalls argumentativ eingehen, sondern die Gültigkeit ihrer Überzeugungen einfach weiter behaupten – typische Dogmatiker eben.

Wie gefährlich alternative Medizin sein kann, hat zum Beispiel der Journalist Hristio Boytchev gezeigt. Für CORRECTIV hat er acht Heilpraktiker in Deutschland befragt, wie er mit seiner Krebserkrankung umgehen solle (Boytchev war nicht wirklich krank, sondern hatte sich den Befund zu Recherchezwecke ausgedacht). Fatalerweise schickten ihn manche der konsultierten Heilpraktiker nicht zu einem Schulmediziner, sondern warfen ihm vor, selbst für die Krankheit verantwortlich zu sein. Nicht Chemotherapie sollte ihm helfen, sondern durch Beschäftigung mit sich selbst sollte Heilung „aus seinem Inneren“ kommen, wurde im geraten. In solchen Fällen ist alternative Medizin gefährlich bis tödlich.

Diese Zusammenfassung wurde erstellt von: Lukas Fuhr.

Wer steckt dahinter?

Lukas Fuhr
Kommt aus:Freiburg
Politische Position:Verfassungspatriot. Meint, dass der Primat der Politik nur europäisch aufrechterhalten werden kann.
Arbeitet für/als:Nachrichten-Redakteur im ARD-Hörfunk, freier Autor für Zeitungen und Trainer zur Online-Recherche
Was Sie noch wissen sollten:Hat Politikwissenschaft studiert und es bereut, Philosophie studiert und geliebt und Jura mehr abgebrochen als studiert.
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