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Mit Alexa holt man sich einen Heimspion direkt ins eigene Zuhause
Mit Alexa holt man sich einen Heimspion direkt ins eigene Zuhause
( Link zum Originalbild | Urheber: Andres Urena | Unsplash | CC0 Public Domain )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

digitale Assistenten für das eigene Zuhause wie Amazons Alexa oder Google Home sind den meisten Menschen in Deutschland mittlerweile ein Begriff. Manch einer hat vielleicht sogar selbst so einen sprachaktivierten Assistenten daheim oder kennt jemanden, der einen hat. Laut einer aktuellen Umfrage der Verbraucherzentrale sind bisher aber nur Wenige wirklich von der Idee, einen Sprachassistenten ins Haus zu holen, begeistert: Nur 9 Prozent der 1048 Befragten haben großes Interesse am sogenannten Smart Home, 39 Prozent haben Interesse, aber sehen den Mehrwert noch nicht und 49 Prozent lehnten es komplett ab, ihr Zuhause mit einem solchen System auszustatten. Unter den Gründen für die Ablehnung waren vor allem Sorgen über Datenschutz und Hacker.

Diese Sorgen sind durchaus berechtigt, meint der Bildungsforscher, Psychologe und Ex-Regierungsberater Gerd Gigerenzer im Interview mit dem TAGESSPIEGEL. Gigerenzer bezeichnet die Sprachassistenten als „potentielle Heimspione“. In den Lizenzvereinbarungen des Samsung Smart-Fernsehers stehe sogar explizit, dass alle persönlichen Gespräche aufgezeichnet und die Daten an Dritte weitergegeben würden. Gigerenzer vergleicht den Trend zu mehr Überwachung, zum Beispiel zum Schutz vor Terrorangriffen, mit der Situation in China. Auch hier würde Überwachung damit gerechtfertigt, dass sie Sicherheit schafft und Gesetzestreue erzwingt. In China finde Überwachung jedoch von staatlicher Seite, also von oben nach unten statt. Die Deutschen jedoch holten sich freiwillig und aus reiner Bequemlichkeit die kleinen „Heimspione“ selbst ins Haus. Davon profitierten dann vor allem private Firmen und Datenbroker. Deshalb müsse die Politik möglichst schnell reagieren und die kommerzielle Zusammenführung und Personalisierung von Daten verbieten, so Gigerenzer.

„Wir werden zu einer Überwachungsgesellschaft, weil die Menschen aus Bequemlichkeit solche Angebote nutzen. Kennen Sie die Geschichte von dem Papageien, der sich über Alexa Futter bestellt hat? Daran sieht man, wie folgsam diese vermeintlich intelligenten Sprachassistenten sind. Das hindert viele Menschen aber nicht daran, sie zu nutzen. Manchen ist aber, glaube ich, gar nicht klar, was sie sich ins Haus holen.“

Hier entlang zum Originalartikel.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Stephanie Berens
Kommt aus:Deutschland
Politische Position:Versteht sich als Feministin und interessiert sich für Gender und Queer Studies.
Arbeitet für/als:Studiert Amerikanistik im Master an der LMU München und ist Redakteurin bei The Buzzard.
Was Sie noch wissen sollten:Schreibt für das Münchner Studentenmagazin „unikat“ und hat bei The Buzzard sowie bei der Sedona Red Rock News in den USA Praktika absolviert.
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