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Wir sind seit Generationen traumatisiert und beziehungsgestört – schuld ist ein Buch
Wir sind seit Generationen traumatisiert und beziehungsgestört – schuld ist ein Buch

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

bei wenig anderen Themen werden Streits so schnell so persönlich wie in Erziehungsfragen. Jeder hat mit dem Thema seine eigenen Erfahrungen gemacht. Viele müssen sich selbst früher oder später überlegen, wie sie ihre eigenen Kinder erziehen wollen. Fast jeder meint also, zu dem Thema etwas zu sagen zu haben. So viele Menschen wie mitreden wollen, so viele unterschiedliche Meinungen zu dem Thema Erziehung gibt es aber auch.

Dabei teilen viele Menschen in Deutschland ähnliche Erfahrungen, schreibt Anne Kratzer auf SPEKTRUM.DE. Die Psychologin und Journalistin erklärt eine These, die die Gesellschaft in Deutschland in einem ganz neuen Licht darstellt. Wir alle könnten von unserer Erziehung nachhaltig traumatisiert sein – ein Trauma, das wir immer wieder automatisch an nachfolgende Generationen vererben. Einfach durch die Art und Weise, wir wir mit unseren Kindern umgehen und ihnen Beziehungen vorleben.

Schuld sein soll ein Erziehungs-Bestseller aus Nazi-Zeiten. Dessen wichtigste Lehre: Man muss Kinder schreien lassen, den Körperkontakt mit ihnen gering halten, nicht in Babysprache mit ihnen reden. Sonst verweichlichten sie. Ein Erziehungsgrundsatz, der – glaubt man Kratzers Analyse – auch heute noch viele Familien prägt. Und damit wiederum Generationen bindungsunfähig macht.

Eine strenge Erziehung sei bereits vor 1934 in Preußen gang und gäbe gewesen. Nur eine Kultur, die ohnehin eine gewisse Neigung zu solchen Ideen von Härte und Drill besaß, habe so etwas umsetzen können, glaubt Grossmann. Dazu würden auch die Befunde von Studien aus den 1970er Jahren passen, die beispielsweise darauf hindeuten, dass im norddeutschen Bielefeld damals etwa jedes zweite Kind ein unsicheres Bindungsverhalten aufwies, im süddeutschen Regensburg, das nie zum preußischen Einflussgebiet gehört hat, hingegen nicht einmal jedes dritte.“

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet unter anderem für The Buzzard, die Mitteldeutsche Zeitung und die Freie Presse Chemnitz als freie Journalistin.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

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