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Der Rebound-Effekt: Warum es der Umwelt nicht hilft, wenn E-Autos subventioniert werden
Der Rebound-Effekt: Warum es der Umwelt nicht hilft, wenn E-Autos subventioniert werden

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

Es hat gedauert. Aber mittlerweile haben Regierungen in Europa verstanden, dass sie es nicht der Automobilbranche allein überlassen können, nachhaltige und sparsame Autos zu entwickeln. Ein Beispiel dafür ist die Elektromobilität, die vom Staat oft stark gefördert wird. In Norwegen beispielsweise zahlt ein Kunde aufgrund der staatlichen Vergünstigungen für einen Tesla S statt 130.000 Euro nur 72.000 Euro. In Deutschland sind die Fahrer von Elektroautos für zehn Jahre von der KFZ-Steuer befreit.

Wir empfehlen heute einen Beitrag, der zeigt: Selbst wenn der Staat Milliarden in die Subvention von E-Autos steckt, heißt das noch lange nicht, dass die Umwelt davon profitieren wird. Den Grund sieht die Wissenschaftlerin Dr. Sophia Becker im sogenannten Rebound-Effekt. Der besagt: Konsumenten neigen dazu, sparsame Produkte  aufgrund ihres geringeren Verbrauchs intensiver zu nutzen als kostspielige Produkte. Das führt dazu, dass am Ende kein Vorteil durch die Einsparungen entsteht. Ein Beispiel sind Energiesparlampen, die der Nutzer nun aufgrund des geringeren Stromverbrauchs länger brennen lässt als seine alten Glühbirnen. Da die sparsamere Lampe nun häufiger genutzt wird, lässt sich insgesamt kaum Energie einsparen.

Genauso ist es der Autorin Dr. Sophia Becker zufolge auch beim Elektroauto. Aufgrund des geringen Verbrauchs werden Elektroautos häufiger und intensiver genutzt. Die Einsparungen im Verbrauch führen auch dazu, dass sich Käufer immer häufiger für SUV’s entscheiden, anstatt kleine, noch sparsamere Autos zu fahren. So sind die Verbrauchseinsparungen am Ende nur noch gering. Sie schlägt eine Lösung vor: Farbsignale könnten den Fahrer dazu motivieren, energiesparender zu fahren.

„Die Schlussfolgerung ist, dass die absolute Senkung der Personenkilometer des motorisierten Individualverkehrs im energie- und umweltpolitischen Fokus stehen sollte. (…) Das Land Berlin macht mit dem neuen Mobilitätsgesetz vor, wie eine urbane Verkehrswende funktionieren kann. Wenn veraltete Privilegien der PKW-Nutzung schrittweise reduziert und gleichzeitig Alternativen wie ÖPNV und insbesondere das Radfahren durch sicherere Infrastrukturen deutlich gestärkt werden, kann der Umstieg gelingen.“

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. Um den Umweltbelastung einzudämmen, könnte der Staat auch einen kostenlosen Nahverkehr einführen. Mit dieser Frage haben wir uns in einer unserer Debatten beschäftigt. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Yannick Moebus
Kommt aus:Stuttgart, studiert nun in Halle (Saale).
Politische Position:Grün angehaucht
Arbeitet für/als:Studiert in Halle (Saale) International Area Studies im Master und ist als Praktikant bei The Buzzard aktiv.
Was Sie noch wissen sollten:Hat seinen Bachelor der Politikwissenschaften in Bamberg abgeschlossen. Auslandsaufenthalte in Kenia und der Türkei führten zu einem großen Interesse für die jeweiligen Regionen.
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Ein Gedanke zu “Der Rebound-Effekt: Warum es der Umwelt nicht hilft, wenn E-Autos subventioniert werden

  1. Gibt es irgendwelche belastbaren Statistiken für die Behauptung, dass Elektroautos wegen der vermeintlichen Ökologie mehr genutzt werden? Ich bezweifle, dass es überhaupt schon Nutzungsstatistiken für diese Fahrzeuge im Vergleich zu Karbon-betiebenen Fahrzeugen gibt. Der Artikel ist wohl eher hypothetischer Natur.

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