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Drei Wege, wie die Politik den Datenschutz angehen kann
Drei Wege, wie die Politik den Datenschutz angehen kann
( Link zum Originalbild | Urheber: qimono | Pixabay | CC0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

das ist schon was: Ein 20-Jähriger aus Hessen verschafft sich im Alleingang die Persönlichkeitsdaten von rund 1.000 Personen des öffentlichen Lebens – Politikern, Journalisten, Künstlern – und publiziert sie im Netz. Große Aufregung, der Datendiebstahl ist Thema eins der Tagesschau. Was genau dem jungen Mann vorgeworfen wird, lässt sich hier bündig nachlesen. Während Innenminister Seehofer beschwichtigt, alles im Griff, verlegen sich die Kommentatoren, etwa der WELT, aufs Hoffen: nämlich, dass es ein Einzelfall bleibt.

Markus Reuter von Netzpolitik hat einen anderen Blick auf die Situation. Zum einen findet er die Berichterstattung überzogen, aus dem Vorfall werde eine Sensation gemacht, obwohl die Mittel, mit denen der Hesse die Daten ergattert habe, recht trivial seien: Leicht zu knackende Passwörter und unverschlüsselte Kommunikation erleichterten ihm die Arbeit. Zum anderen wünscht sich Reuter von der Politik einen pragmatischeren Umgang mit dem Thema Datenschutz. Dafür formuliert er drei Wege:

  1. Die Politik sollte endlich die digitalen Kompetenzen gezielt fördern.
  2. Sie sollte die Industrie zu regelmäßigen Sicherheitsupdates ihrer Software verpflichten
  3. Sie sollte unsere Daten nicht ständig als das „Öl der Zukunft“ anpreisen und den Datenschutz nicht als Hemmnis darstellen.

„Statt unsinnigen Forderungen nach einem offensiven Gegen-Hacking, sind nun Lösungen gefragt, die in Richtung Schutz und Defensive zeigen. Wir müssen uns dabei auch die Frage stellen, wie wir den Überwachungskapitalismus mit seinen Datenkonzernen in den Griff bekommen. Letztlich ist es also gut, dass wir eine Debatte zum Thema Datensicherheit haben – auch wenn sie in diesem Fall zu Lasten der Betroffenen geht. Damit sich solche Vorfälle in Zukunft nicht wiederholen, muss die Politik handeln und Datenschutz endlich als Chance begreifen.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Maurus Jacobs
Kommt aus:Geboren in Kalifornien, aufgewachsen bei Hamburg, jetzt in Leipzig
Politische Position:Hat großes Interesse, komplexe Debatten in ihrer Vielfalt, aber übersichtlich darzustellen
Arbeitet für/als:Arbeitet für eine Hamburger Medienagentur
Was Sie noch wissen sollten:Maurus hat in Hamburg für die Bergedorfer Zeitung und Die Welt geschrieben. Er studiert am Deutschen Literaturinstitut.
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