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Trotz aller Hiobsbotschaften: Europa boomt
Theresa May kämpft um den Brexit – die Anti-Europa-Partei UKIP um Relevanz
( Link zum Originalbild | Urheber: Tero Vesalainen | Pixabay | CC0 1.0 )

Das Argument in Kürze:

Erst die Griechenlandkrise, dann die Flüchtlingswelle und der Brexit: Die EU habe durchaus Probleme zu bewältigen, schreibt der Journalist Matthew Karnitschnig auf der Webseite der Politikzeitung POLITICO EUROPE. Europa als einen Ort abzutun, wo nie irgendetwas funktioniere, sei aber zu einfach: Trotz aller Krisen gehe es Europa im Moment sehr gut.

Der Rückhalt für die EU ist auf Rekordniveau

Karnitschnig nennt konkrete Beispiele für seine Aussage, dass in Europa momentan eigentlich alles gut läuft. Der öffentliche Rückhalt für den Euro und für die Union insgesamt sei auf einem Rekordhoch. Die Wirtschaft wachse. Arbeitslosigkeit sei zwar in manchen EU-Ländern ein großes Problem, die Zahlen sind dem Autoren zufolge aber auf dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 2000. Und: Nicht einmal die Rechten wollen mehr aus der EU austreten.

Problematisch findet Karnitschnig die Prophezeiungen über Europas Untergang. Die seien seit der Finanzkrise immer wieder zu hören, meint er, von Seiten verschiedener Politiker. Als Beispiel nennt er den Rückzug Angela Merkels von der CDU-Spitze oder die Proteste der Gelbwesten in Frankreich. Er findet: Bei beiden Ereignissen sei gleich die Zukunft Europas als Ganzes in Frage gestellt worden. Solche politischen Herausforderungen als Beweis zu verstehen, ob das Konzept der EU funktionieren werde oder nicht, findet Karnitschnig gefährlich: Denn irgendwann könnten sich solche Negativprognosen erfüllen.

 

„Wenn uns das vergangene Jahrzehnt der dauerhaften Krise irgendwas beigebracht hat, dann das: Was auch immer als nächstes passiert, Europas Untergang ist das am wenigsten wahrscheinliche Ergebnis. Die Gefahr ist aber, dass sich die Untergangsszenarien bewahrheiten. Kaum eine Woche geht vorbei, ohne dass eine politische Herausforderung als „do-or-die“-Moment für Europa gesehen wird.“

 

Dieser Beitrag wird empfohlen von: Nadja Tausche

 

Tiefer eintauchen:

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Wer steckt dahinter?

Matthew Karnitschnig
Kommt aus:USA
Arbeitet für/als:Chef des Deutschlandbüros von Politico
Was Sie noch wissen sollten:Politico ist eine US-amerikanische Zeitung mit Fokus auf Politik. Seit dem Jahr 2015 erscheint auch eine europäische Ausgabe der Zeitung. Bevor Karnitschnig Chef des Deutschlandbüros wurde, hat er unter anderem für Bloomberg, Reuters und das Wall Street Journal geschrieben.
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