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Die EU tut zu wenig fürs Klima – und gleichzeitig zu viel
Die EU tut zu wenig fürs Klima – und gleichzeitig zu viel
( Link zum Originalbild | Urheber: thommas68 | Pixabay | CC0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

nach dem Klimagipfel im polnischen Kattowitz gehen die Einschätzungen – wie sollte es anders sein – weit auseinander. „Erfreulich strikte Regeln zum Schutz des Klimas“ ist im Deutschlandfunk zu hören, und einen Tag später: „Viel zu wenig und viel zu langsam“, wiederum im Deutschlandfunk. Auch andere Kommentatoren sind uneins: Die Ergebnisse reichen nicht aus, konstatiert n-tv. Die TAZ hingegen sieht schon jetzt positive Folgen – die Bundesregierung habe nämlich direkt mit neuen Plänen für eine CO2-Abgabe auf den Klimagipfel reagiert.

Der Journalist Eric Frey beleuchtet in einem kurzweiligen Kommentar im Standard einen anderen Aspekt: wie der Klimaschutz der EU generell zu bewerten ist. Sein scheinbar paradoxes Fazit: Die EU tut gleichzeitig zu viel und zu wenig. Ihre Entscheidungen seien – und da liegt, Frey zufolge, das Problem – zu oft vom Wunsch nach gut klingenden Schlagzeilen getrieben oder, noch schlimmer, von Interessengruppen. Zwar kämen aus Brüssel ständig neue Vorschriften, zuletzt verschärfte Emissionsgrenzwerte für Neuwagen und ein Verbot von Plastikgeschirr. Doch es fehle eine klare Strategie. Die Maßnahmen seien die falschen: Für die Verschmutzung der Ozeane durch Plastik sei die EU nur zu sehr geringen Teilen verantwortlich; und bei den neuen CO2-Grenzwerten gebe es Schlupflöcher. Frey resümiert:

„Weniger Regulierungen, diese dafür konsequent umgesetzt: Damit würde Europa mehr für die Umwelt tun. Doch die EU-Entscheidungen sind allzu oft vom Wunsch nach populären Schlagzeilen und Interessengruppen getrieben. Was die Umweltpolitik der EU vor allem braucht, ist das, was sie sich selbst als Ziel setzt: mehr Nachhaltigkeit.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Maurus Jacobs
Kommt aus:Geboren in Kalifornien, aufgewachsen bei Hamburg, jetzt in Leipzig
Politische Position:Hat großes Interesse, komplexe Debatten in ihrer Vielfalt, aber übersichtlich darzustellen
Arbeitet für/als:Arbeitet für eine Hamburger Medienagentur
Was Sie noch wissen sollten:Maurus hat in Hamburg für die Bergedorfer Zeitung und Die Welt geschrieben. Er studiert am Deutschen Literaturinstitut.
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