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Muss die Deutsche Bahn privatisiert werden?
Muss die Deutsche Bahn privatisiert werden?
( Link zum Originalbild | Urheber: Michael Gaida | Pixabay | CCO Public Domain )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

jetzt mischt sich sogar die Politik in die Krise der Bahn ein. Die Bundesregierung fordert, der Konzern müsse schneller auf die aktuellen Probleme im Zugverkehr reagieren. „Wir sind in Sorge über den Zustand des Konzerns“, hatte der Beauftragte der Bundesregierung für den Schienenverkehr, Enak Ferlemann (CDU), der Süddeutschen Zeitung gesagt, und weiter: „Der Bahnvorstand weiß, dass wir Geduld haben. Aber irgendwann geht sie zu Ende.“ Der verkehrspolitische Sprecher der FDP, Oliver Luksic, warnte: „Das System Deutsche Bahn steht kurz vor dem Kollaps.“

Neben dem Streik der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), bei der in der vergangenen Woche vier Stunden lang Züge im ganzen Land stillgestanden sind, sorgen vor allem die dauernden Verspätungen sowie kaputte Bordbistros und -toiletten für Unmut bei den Bahnkunden. Die Bahn will und muss besser werden – aber wie kann das konkret funktionieren?

Die Bahn gehört zu 100 Prozent dem Bund

Interessant ist bei der Frage, wie die Struktur der Deutschen Bahn aufgebaut ist. Die Bahn ist zu 100 Prozent im Besitz des Bundes. Trotzdem ist sie organisiert wie ein privates Unternehmen und will Gewinne machen, so fasst es Thilo Jahn auf Deutschlandfunk Nova in einem Beitrag zusammen, den wir heute empfehlen. Immer wieder hatte es in den vergangenen Jahren Forderungen gegeben, die Bahn zu privatisieren.

Ob eine solche Privatisierung etwas nützen würde, zu der Frage lässt Jahn in seinem Beitrag zwei Seiten zu Wort kommen. Mehr Wettbewerb würde den Bahnkunden Vorteile verschaffen, sagt der Vizevorsitzende von Pro Bahn, Lukas Iffländer. Staatliche Strukturen seien ineffizient – private Unternehmen könnten für eine bessere Taktung sorgen, so  Iffländer. Auf der anderen Seite steht Bernhard Knierim vom Bündnis „Bahn für alle“. Der sagt: Wenn verschiedene Bahnunternehmen agieren, schaffe das Parallelstrukturen. Ein einziges Unternehmen müsse den Bahnverkehr organisieren, um zwar ein Staatliches – eine Privatisierung mache keinen Sinn.

„Eine Grundfrage ist: Braucht die Bahn mehr Wettbewerb? Oder eher mehr staatlichen Einfluss? Die Deutsche Bahn hat ein Ziel: Bis 2020 will sie verlässlicher und komfortabler werden und in Zeiten von Fernbussen und Billig-Airlines wieder mehr Kunden gewinnen. (…) Viele fragen sich: Wie will die Bahn ihr Ziel, besser zu werden, erreichen?“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Nadja Tausche
Kommt aus:München
Politische Position:Versucht, alle politischen Richtungen zumindest neutral zu betrachten
Arbeitet für/als:Arbeitet als freie Journalistin unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, Das Erste und The Buzzard
Was Sie noch wissen sollten:Nadja Tausche hat im bayerischen Eichstätt und in Barcelona Journalistik studiert.
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