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Theresa May kämpft um den Brexit – die Anti-Europa-Partei UKIP um Relevanz
Theresa May kämpft um den Brexit – die Anti-Europa-Partei UKIP um Relevanz
( Link zum Originalbild | Urheber: Tero Vesalainen | Pixabay | CC0 1.0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

die Schlagzeilen zum Brexit dominierten in dieser Woche – erst die Verschiebung der Parlamentsabstimmung über den Entwurf, dann die überraschende Ankündigung eines Misstrauensvotums der Konservativen Partei gegen ihre Vorsitzende, Premierministerin Theresa May. Diese befand sich da gerade auf einer Art „Werbetour“ um etwaige Zugeständnisse ihrer europäischen Kollegen. Letztlich scheiterte das Misstrauensvotum gegen May.

Nicht ohne Grund sind also derzeit alle Augen auf die britische Regierungspartei gerichtet. Die oppositionelle Labour Party tut sich seit geraumer Zeit schwer mit einer klaren Positionierung, etwa zur Frage eines erneuten Referendums. Fast in Vergessenheit geraten ist hingegen die EU-feindliche UKIP-Partei (UK Independence Party), die wesentlichen Anteil daran hatte, die Brexit-Problematik überhaupt herbei zu führen. In die Schlagzeilen schaffte es vor kurzem der Abgang ihres früheren Wortführers Nigel Farage, der so gern gegen die Europäische Union polemisiert: Nach über zwei Jahrzehnten trat er aus der Partei aus, der er 2016 mit dem Brexit-Votum zu ihrem größten Erfolg verholfen hatte.

Die UKIP kämpft seit geraumer Zeit um die eigene Relevanz im Parteiensystem, zeigt ein Beitrag auf THE CONVERSATION, den wir heute empfehlen. Ihre wesentliche Forderung, der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU, wird mit dem nun beinahe unabwendbaren Brexit umgesetzt; insofern ist sie sozusagen Opfer ihres eigenen Erfolges. Die Suche nach einer neuen „Mission“ gestaltet sich schwierig und spaltet die Partei – zuletzt als der Vorsitzende Gerard Batten als seinen offiziellen Berater ausgerechnet Tommy Robinson, den Gründer und ehemaligen Leiter der rechtsextremen und islamfeindlichen English Defence League, berief. Für Beobachter ist dies ein klares Indiz, dass die UKIP sich unter dem offen antimuslimisch auftretenden Batten noch weiter nach rechts bewegt. Und für Alex Oaten, Politikwissenschaftler an der Universität Birmingham, zeigt es zudem, wie verzweifelt die Partei nach einer neuen Identität und nach öffentlicher Aufmerksamkeit sucht. Hierbei solle offenbar Robinsons Erfahrung im Aktivismus „auf der Straße“ helfen (wie erste Versuche vor dem inzwischen verschobenen Abstimmungstermin zeigten).

„Das anti-europäische Markenzeichen von UKIP mit Robinsons ‚Politik der Straße‘ zu verbinden, wird der Partei keine Wahlen gewinnen, aber es bringt Menschen auf die Straßen und verhilft UKIP vielleicht zu einer neuen Existenzberechtigung.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einer aktuellen Nachricht eine alternative Sichtweise bietet. Für mehr Perspektiven zum Thema Brexit empfehlen wir unsere Debattenübersicht zur Frage: Sollte sich die EU auf den weichen Brexit einlassen, den Theresa May vorschlägt?

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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Ein Gedanke zu “Theresa May kämpft um den Brexit – die Anti-Europa-Partei UKIP um Relevanz

  1. Wie so oft wird leider auch hier die EU mit Europa gleichgesetzt (s. Überschrift). Doch wenn John Cleese (Monty Python) schon sagt: „If there would be any hope that the EU could be reformed I would vote NO (Brexit). But there is no hope.“ Dann muss man ganz klar sagen: wer für Europa ist muss gegen DIESE EU sein. Also bitte nicht mehr gleich setzen…

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