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Warum der Aufschrei? Es gibt bereits genmanipulierte Menschen
Warum der Aufschrei? Es gibt bereits genmanipulierte Menschen
( Link zum Originalbild | Urheber: Kaique Rocha | Pexels | CC0 Content )

Das Argument in Kürze:

Sie sind bereits unter uns. Während die ganze Welt in Aufruhr ist, dass in China genetisch veränderte Zwillinge geboren wurden, verkündet Kolumnist Carl Zimmer von der NEW YORK TIMES, dass das gar nicht so neu ist. Genetisch veränderte Menschen würden nämlich bereits unter uns leben.

Eine Frage des Fokus

Bereits Mitte der 90er wollten US-amerikanische Ärzte unfruchtbaren Frauen zu einem Kind verhelfen. Sie vermuteten defektes Material, so Zimmer, und injizierten daher Eizellenflüssigkeit gesunder Frauen, bevor die Eizelle befruchtet wurde. Das Ergebnis war, dass die Kinder nicht nur die DNA ihrer leiblichen Eltern, sondern auch die der Spenderin in sich trugen. Als die Ärzte ihre Ergebnisse veröffentlichten, schritten die Behörden ein und unterbanden die Eingriffe. Bis dahin waren aber schon einige Babys durch diese Prozedur zur Welt gekommen. Wie viele genau, ist nicht bekannt.

Das ist nicht der einzige Fall. 2016 erklärte ein ebenfalls US-amerikanischer Arzt, dass er eine ähnliche Prozedur für das Kind einer jordanischen Frau mit einer neuronalen Krankheit durchgeführt hatte. Das Kind kam gesund zur Welt, aber die Eltern widersprachen einer wissenschaftlichen Begleitung. Wie es dem Kind heute geht, ist unbekannt.

Zimmer glaubt, dass es nach dem Aufschrei um He Jiankuis Vorgehen in China, nun zu einem weltweiten Verbot solcher Eingriffe kommen könne. Das wäre eine Schande, so Zimmer. Er wirft stattdessen einen Blick nach Großbritannien. Dort gab es im Februar ebenfalls genetische Eingriffe an zwei Babys. Die Ergebnisse werden im Gegensatz zu den chinesischen unter Verschluss gehalten. Das und die Tatsache, dass es sich um ein westliches Land handelt, mögen weniger Beunruhigung hervorrufen. Dennoch plädiert er dafür, den staatlich anerkannten Untersuchungen in Großbritannien mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Der Beitrag wird empfohlen von: Miguel Kaluza.

Wer steckt dahinter?

Carl Zimmer
Kommt aus:New Haven, USA
Arbeitet für/als:Wissenschaftskolumnist für die New York Times, mehrfacher Wissenschaftsbuchautor
Was Sie noch wissen sollten:hat in Yale studiert, sein letztes Buch "She Has Her Mother’s Laugh: The Power, Perversions, and Potential of Heredity" wurde vom Guardian zum besten Wissenschaftsbuch 2018 gekürt
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

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