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So fühlt es sich für Frauen an, abzutreiben
So fühlt es sich für Frauen an, abzutreiben

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Seit Monaten schon ist der Streit um das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche immer wieder Thema in der deutschen Politik. Viele Politiker und Politikerinnen und Engagierte wollen die Paragraphen 218 und 219 des Strafgesetzbuches kippen. Der Paragraph 218 besagt, dass Abtreibungen illegal sind und nur unter bestimmten Bedingungen straffrei bleiben. Der Paragrah 219 legt fest, dass Ärzte und Ärztinnen, die Abtreibungen durchführen, diese dennoch nicht öffentlich unter ihren Leistungen aufführen dürfen. Nach diesem Paragraph muss die Ärztin Christina Hänel sich aktuell juristisch verantworten. Sie führt auf ihrer Website einen Schwangerschaftsabbruch als eine ihrer Leistungen auf und bietet an, weitere Informationen in verschiedenen Sprachen per Mail zuzuschicken.

Am Sonntagabend sollen die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und SPD-Vorsitzende Andrea Nahles in ihrem ersten längeren Gespräch auch über die Paragraphen 218 und 219 gesprochen haben. Aber eine Einigung ist aktuell noch schwer vorstellbar. Kramp-Karrenbauer ist gegen die Streichung des Werbeverbots, während die Vorsitzende der Jusos sich sogar gegen Fristen aussprach, bis wann Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden dürfen. Nahles steht so unter großen Druck aus ihrer Partei.

Das Thema Abtreibungen sorgt auch in der Bevölkerung für heftige Debatten. Die meisten scheinen eine Meinung dazu zu haben – dabei haben die wenigsten jemals eine Abtreibung erlebt. Schwangerschaftsabbrüche sind immer noch ein Tabuthema. Wer schon einmal eine Schwangerschaft beendet hat, spricht häufig nicht gern darüber. Doch um sich zu dem Thema eine Meinung bilden zu können, ist es wichtig, auch die Perspektive betroffener Frauen zu kennen. Wie fühlt sich ein Schwangerschaftsabbruch an? Welche Gründe gibt es? Das Jugendmagazin FLUTER hat mit vier jungen Frauen gesprochen, die eine Abtreibung hinter sich haben.

Klar, ein Fötus hat einen Herzschlag. Aber er denkt nicht, er fühlt nicht, er weiß nicht, dass er existiert. Die Frau aber fühlt und denkt. Deswegen werden ihre Rechte für mich immer schwerer wiegen als die des Fötus in ihrem Körper.“

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Der FOCUS hat ein ein Paar in die Abtreibungsklinik begleitet. Anna und ihr Freund erzählen in der Reportage ganz offen von ihrem Schwangerschaftsabbruch.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet unter anderem für The Buzzard, die Mitteldeutsche Zeitung und die Freie Presse Chemnitz als freie Journalistin.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.
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2 Gedanken zu “So fühlt es sich für Frauen an, abzutreiben

    1. Das stimmt leider nicht ganz. Auch, wenn im Bundestag nur der Parapgraph 219a diskutiert wurde – außerhalb des Bundestages – in der Zivilgesellschaft, bei AktivistInnen und PolitikerInnen – war durchaus auch Paragrapg 218 ein Thema, wie beispielsweise dieser Kommentar zeigt: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/paragraf-218-wir-muessen-wieder-ueber-abtreibung-reden-a-1243580.html.

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