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Trump und Russland: Interesse reicht bis in die Zeit des Kalten Krieges zurück
Trump und Russland: Interesse reicht bis in die Zeit des Kalten Krieges zurück
( Link zum Originalbild | Urheber: Marco Verch | flickr | CC BY 2.0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

wird es jetzt eng für US-Präsident Donald Trump? Kürzlich hat sein früherer Anwalt Michael Cohen gestanden, gegenüber dem amerikanischen Kongress bei dessen Russland-Ermittlungen gelogen zu haben. Es geht dabei um einen angedachten Immobilienprojekt Trumps in Moskau, was brisant ist, da der Sonderermittler Robert Mueller untersucht, ob es während des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes 2016 zu geheimen Absprachen des Trump-Lagers mit Vertretern Russlands gekommen ist. Offenbar waren sogar Trumps ältester Sohn und Trumps Tochter in die Verhandlungen über die Errichtung eines Trump Towers in Moskau eingebunden, die bis in die kritische Phase von Trumps Wahlkampf andauerten. „Man braucht also nicht viel Fantasie, um zu verstehen, warum Trump sich in dieser Zeit so wohlwollend über Putin äußerte“, kommentiert dazu die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG und schlussfolgert dann in merklich vorsichtiger Wortwahl, Trumps Verhalten „grenzt fast an Verrat“.

Trump hatte zuvor stets behauptet, während seiner Kandidatur um das Präsidentenamt keine Verbindungen zur russischen Regierung unterhalten zu haben. Nun bestreitet er lediglich, dass diese Kontakte nach Moskau kritikwürdig seien.

Wir empfehlen heute dazu einen Beitrag der WASHINGTON POST. Die Investigativ-Reporter Rosalind S. Helderman und Tom Hamburger zeigen darin: Trumps Ambitionen, sein Immobilien-Imperium bis nach Moskau auszuweiten, reichen bereits bis in die Zeit vor dem Fall des Eisernen Vorhangs zurück. Schon 1987 reiste er erstmals in die damalige Sowjetunion, um in deren Hauptstadt die Möglichkeiten zum Bau eines Luxushotels zu prüfen. Der Artikel zeichnet den zeitlichen Verlauf von Trumps Versuchen nach, mit Bauprojekten in Russland Fuß zu fassen. Immer wieder habe dabei Trumps Sohn eine wichtige Rolle gespielt. Besonders im Fokus stehen die Kontakte von Trumps Anwalt Michael Cohen und anderen seiner Mitarbeiter zu russischen Behörden, Investoren und Putin-Vertrauten. Noch weit bis ins Wahljahr 2016 wurden diese Verbindungen nach Moskau gepflegt:

„Seine [Trumps] Entscheidung, diese unternehmerischen Ambitionen weiter zu betreiben, während er für das Weiße Haus kandidierte, werfen ein neues Licht auf seine öffentlichen Lobreden über Putin, dessen Unterstützung Cohen für das Projekt gewinnen wollte.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit, etwa der Zwischenbilanz von Trumps Präsidentschaft.

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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