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Warum Friedrich Merz gut für die Linken in Deutschland gewesen wäre
Warum Friedrich Merz gut für die Linken in Deutschland gewesen wäre
( Link zum Originalbild | Urheber: Michael Lucan | Wikimedia Commons | CC BY-SA 3.0 DE )

Das Argument in Kürze:

Für den ZEIT-Journalisten Mark Schieritz steht fest: Bei der Kandidatur um den CDU-Vorsitz geht es nicht nur um die CDU. Es sei klar, dass Merz kandidiere „weil er lieber früher als später auch Kanzler werden will.“ Und wenn Merz Kanzler wird, dann würde Mark Schieritz sich freuen. Obwohl Schieritz sich selbst als politisch links bezeichnet, hält er den „konservativen Finanzmann“ für den besten Kandidaten. Warum, begründet er in seinem „progressiven Plädoyer für Friedrich Merz“.

Friedrich Merz wäre die beste Medizin gegen die AfD

Die Richtung ist klar. Wenn Merz die CDU führt, wird sie nach rechts rücken, betont Schieritz. Rechts heiße bei Merz nicht nur wertkonservativer, sondern vor allem wirtschaftsliberaler und unternehmerfreundlicher. In diesem Punkt scheint sich der ZEIT-Autor mit dem politischen Blogger Jens Berger einig zu sein (Bergers Beitrag zeigen wir ebenfalls in dieser Debatte).

Aber im Gegensatz zu Autoren wie Berger, findet Schieritz das nicht problematisch. Schieritz hat keine Angst vor Steuersenkungen für Reiche, vor Lohn-Dumping und Privatisierung. Im Gegenteil, er sagt, dass er sich freuen würde. Der Grund dafür: Schieritz meint, wenn Merz an die Spitze der CDU gewählt wird, dann könnte sich das als die beste Medizin gegen die AfD erweisen:

  • Mit Merz rückt die CDU nach rechts und unterscheidet sich damit stärker von SPD und Grünen
  • Das belebt die politische Debatte. Die großen Parteien streiten wieder stärker über Steuern, Rente und Sozialstaat
  • Das wiederum könne wütende Bürger von den rechten und linken Rändern der Parteiensystems zurückholen zu den etablierten Parteien

Für Schieritz ist Merz der glaubwürdigste der konservativen Kandidaten. Merz sei wertkonservativ und authentisch, einer der rechts ist und trotzdem weit weg von der AfD. Merz sei ein überzeugter Europäer, er werde nicht gegen Flüchtlinge hetzen oder Politik gegen den Rechtsstaat machen.

Schieritz Beitrag ist von Anfang November. Da hatte Merz das Recht auf Asyl, festgeschrieben in Artikel 16a des Grundgesetzes, noch nicht zur Diskussion gestellt.

Es bleibt also unklar, wie sehr Merz der populistischen Versuchung widerstehen wird, sollte er gewinnen. Dass aber die CDU nach rechts rücken würde, wenn Merz kommt –und deshalb Platz frei wird für SPD und Grüne – davon ist auszugehen.

„Für das Land könnte sich das als heilsam erweisen. Die Gräben in der Gesellschaft sind auch deshalb so groß, weil die politische Energie mangels anderer Entladungspunkte praktisch ungehindert die Diskussion um Flüchtlinge oder Target-Salden befeuert hat. Oft ohne jeden Bezug zur Realität…“

Der Beitrag wird empfohlen von: Dario Nassal

Tiefer eintauchen

  • Friedrich Merz ist mit 63 Jahren älter als Annegret Kramp-Karrenbauer und viel älter als Jens Spahn. Trotzdem scheint er gerade bei jungen Wählern sehr gut anzukommen. Warum das so ist, zeigt BENTO.
  • Ein unterhaltsamer Lesetipp findet sich im TAGESSPIEGEL. Dort erzählt Merz in einem Interview aus dem Jahr 2000 von seiner angeblich wilden Jugend und meint: „Es gab auch mal einen anderen Friedrich Merz

Wer steckt dahinter?

Mark Schieritz
Kommt aus:Deutschland
Politische Position:unklar
Arbeitet für/als:Wirtschaftspolitischer Korrespondent der ZEIT
Was Sie noch wissen sollten:Schieritz wurde mit dem Ernst-Schneider-Preis der Industrie- und Handelskammern und dem Medienpreis der Keynes-Gesellschaft ausgezeichnet. 2011 wurde er von der Zeitschrift Wirtschaftsjournalist für seine Berichterstattung über die Eurokrise zu einem der Wirtschaftsjournalisten des Jahres gekürt.
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