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Die Islamkonferenz ist die größte Erfolgsgeschichte deutscher Integrationspolitik.
Die Islamkonferenz ist die größte Erfolgsgeschichte deutscher Integrationspolitik.
( Link zum Originalbild | Urheber: Stiftung Mercator | flickr | CC BY 2.0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

in dieser Woche begann die vierte Islamkonferenz, diesmal ausgerichtet durch Innenminister Horst Seehofer. Dieser hatte sich in der Vergangenheit sehr skeptisch gegenüber dem Islam als Teil der deutschen Gesellschaft geäußert und im Interview mit der BILD-Zeitung noch klar „Nein. Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ gesagt, scheint aber nun einen Sinneswandel vollzogen zu haben. Das hielt ihn nicht davon ab, ausländische Einflussnahme auf deutsche Moscheegemeinden scharf zu kritisieren.

Auch die von Seehofer eröffnete Islamkonferenz stand in den zurückliegenden Jahren häufig in der Kritik, vor allem wegen der dort vertretenen reaktionären, konservativen Islam-Verbände. Unter verschiedenen Innenministern wurde die Islamkonferenz dabei sehr verschieden ausgestaltet, nicht selten aber als inneffektiv oder gar überflüssig kritisiert. Ganz anders sieht das Fabian Goldmann in einem Beitrag auf DEUTSCHLANDFUNK KULTUR, den wir heute empfehlen.

Der freie Journalist lobt die Islamkonferenz sogar als immense Erfolgsgeschichte der deutschen Integrationspolitik. Um das zu erkennen, müsse man sich nur das islamische Deutschland vor der Schaffung der Islamkonferenz durch den damaligen Innenminister Wolfgang Schäuble im Jahr 2006 anschauen: kein muslimischer Religionsunterricht in deutschen Schulen, keine Imam-Ausbildung an deutschen Hochschulen, keine muslimischen Seelsorge-Angebote. Doch nicht nur in diesen Bereichen habe sich viel verbessert – es sei auch ein „Bewusstsein für die Vielfalt der muslimischen Community“ entstanden, so Goldmann: Islamische Interessenvertreter seien heute – bei allem Gerangel um die Deutungshoheit zwischen moderaten und konservativen Verbänden – ein selbstverständlicher Teil der gesellschaftlichen Realität in Deutschland.

Man kann Goldmann dafür kritisieren, dass er all diese Entwicklungen zu monokausal, als direkte Folge der Islamkonferenz(en), darstellt. Die Errungenschaften des Dialogs zu ignorieren, wäre aber ebenfalls falsch.

„Der Weg zur vollständigen Gleichstellung der Muslime ist noch weit und das Ende ungewiss. Aber selbst wenn sich die Untergangprognosen über die Islamkonferenz bewahrheiten, ein Ende des Dialogs wäre das nicht. Vertreter von Staat und Islam reden heute miteinander, überall, ständig.“

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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