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Effektiver Altruismus: Wie spende ich richtig?
Effektiver Altruismus: Wie spende ich richtig?
( Link zum Originalbild | Urheber: Gerd Altmann | Pixabay | CCO Public Domain )

Das Argument in Kürze

Wir haben nicht unendlich viel Zeit. Und auch nicht unendlich viel Geld. Wer richtig spenden möchte, sollte sich deshalb laut dem Medienforscher Davide Banis an der Idee des „effektiven Altruismus“ orientieren. Auf FORBES schreibt er: Statt den eigenen Emotionen zu folgen, sollten beim Spenden Vernunft und empirische Erkenntnisse zu Rate gezogen werden. Nur so könne man Zeit und Geld optimal nutzen. Statt also beispielsweise durch eine Spende ein einzelnes Kind in Afrika vor dem Verhungern zu retten, sollte Geld lieber an größere Institution gespendet werden, die dann strukturell das Hungerproblem im ganzen Land lösen.

Vernünftig und langfristig Handeln

Banis Text appelliert direkt an jeden Einzelnen von uns. Dringlich fordert er: Man solle die Informationen, die heutzutage über die Herausforderungen in der Welt zur Verfügung stehen, rational nutzen, statt sich auf Emotionen und das, was intuitiv richtig erscheint, zu verlassen. Gutes tun, könne man vor allem dann, wenn man vernünftig handle.

Das bedeutet für Banis nicht, sich mit jedem Problem auf der Welt im Detail zu beschäftigen. Vielmehr empfiehlt er folgende Probleme auf der Welt zuerst anzugehen:

  • Probleme, die viele Menschen betreffen
  • Probleme, die in der öffentlichen Wahrnehmung wenig Aufmerksamkeit bekommen
  • Probleme, die sich nachhaltig lösen lassen, wenn Ressourcen wie Zeit und Geld investiert werden

Für effektive Altruisten müssen Emotionen hinter der Vernunft zurücktreten. Und zwar radikal. Das zeigt Banis anhand eines Beispiels, das vom britischen Philosophen und „effective altruism“-Evangelisten William MacAskill stammt. Man stelle sich das Szenario eines brennenden Hauses vor. In diesem Haus befinden sich ein kleines Kind und ein wertvolles Gemälde von Picasso, man kann aber nur eines retten. Während sich wohl der Großteil der Menschheit aus ethischer Verantwortung für das kleine Kind entscheiden würde, argumentiert MacAskill, es wäre mehr Menschen geholfen, wenn man den Picasso retten würde, das Bild später verkauft und mit dem Geld beispielsweise Impfungen finanziert.

Banis berücksichtigt auch eine kritische Perspektive auf den effektiven Altruismus. Er weiß, dass sich der effektive Altruismus hauptsächlich an „weiße männliche Nerds mit einem Schwerpunkt in Informatik“ richtet. Bleibt die Frage, ob Menschen, die nicht zu dieser Gruppe gehören, auch zu effektiven Altruisten werden könnten, um richtig Gutes zu tun.

„Die drei drängendsten Themen für die Menschheit sind: extreme Armut, Tierleid und das, was sie „langfristige Zukunft“ nennen.“

 

Der Beitrag wird empfohlen von: Carolin Heilig

 

Tiefer eintauchen

  • Kritische Einordnung im ECONOMIST, ob die Idee des effektiven Altruismus die Wirkung eines wohltätigen Dollars wirklich verstärkt

Wer steckt dahinter?

Davide Banis
Kommt aus:Banis kommt aus Italien und lebt aktuell in Amsterdam
Arbeitet für/als:Redakteur und Medienforscher
Was Sie noch wissen sollten:Aktuell arbeitet Banis an der Plattform „Kinder World“, die all diejenigen ansprechen soll, die sich für die Welt des Guten interessieren
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

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