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In Deutschland sollte es erlaubt sein, das Erbmaterial von Embryonen zu verändern – für die Forschung
In Deutschland sollte es erlaubt sein, das Erbmaterial von Embryonen zu verändern - für die Forschung
( Link zum Originalbild | Urheber: sbtlneet | Pixabay | CC0 Creative Commons )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

gestern machte eine Nachricht die Runde, die wie aus einem Science-Fiction-Film klang: In China sollen zum ersten Mal weltweit gentechnisch veränderte Babys zur Welt gekommen sein. Die neugeborenen Zwillinge sollen genetisch so verändert gewesen sein, dass sie immun gegen AIDS sind. Ob das stimmt oder nicht: Die Möglichkeit, Menschen genetisch zu verändern, birgt viele Risiken, denn die genetischen Veränderungen würden dann an alle Folge-Generationen vererbt – obwohl die Risiken der Behandlung nicht abzusehen sind. In Deutschland ist deswegen auch alle Embryonenforschung verboten, die eine Manipulation der Erbinformation beinhaltet.

Jochen Taupitz, Medizinjurist an der Uni Mannheim, kritisiert diese Regelung. Für sein Engagement für die Medizinentwicklung wurde ihm gestern das Bundesverdienstkreuz verliehen. Taupitz argumentiert: Die Grundlagenforschung leide unter dem strengen Verbot. Er sei dafür, dass man mit bestimmten Embryonen Grundlagenforschung betreiben dürfe. „Wegwerfen“, also abtreiben, dürfe man bestimmte kranke Embryonen schließlich auch – an ihnen forschen aber nicht. Medizinischer Fortschritt, sagt er, sei immer von einem gewissen Risiko begleitet. Ganz anderer Meinung ist da Peter Dabrock, Theologe und Vorsitzender des Deutschen Ethikrates. Das Gefährliche an der Genmanipulation sei, dass sie auch auf den Nachwuchs der behandelten PatientInnen Einfluss habe – und der habe keine Chance, sich dagegen zu wehren. Auf dem YouTube-Kanal DBATE leisten beide Wissenschaftler sich einen hitzigen Schlagabtausch. Beide Seiten haben dabei gute, schlagkräftige Argumente und schaffen es so, schnell ein umfangreiches Bild von der Thematik zu zeichnen.

Natürlich ist die internationale Perspektive sehr wichtig, aber wenn wir die Forschung nur den Chinesen, den Amerikanern oder anderen Staaten überlassen, dann verlieren wir auch weltweit ein wenig den Einfluss, mitreden zu können und über Grenzen zu reden. Deswegen plädiere ich dafür, auch in Deutschland diese Forschung zuzulassen.“

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet unter anderem für The Buzzard, die Mitteldeutsche Zeitung und die Freie Presse Chemnitz als freie Journalistin.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

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