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Hartz IV verbaut Kindern und Jugendlichen die Chance, erfolgreich zu werden
Hartz IV verbaut Kindern und Jugendlichen die Chance, erfolgreich zu werden
( Link zum Originalbild | Urheber: Greyerbaby | Pixabay | CC0 Creative Commons )

Das Argument in Kürze

Wie es sich anfühlt als Jugendliche auf Hartz IV angewiesen zu sein, zeigt die 17-Jährige Sarah-Lee Heinrich, selbst Tochter einer Hartz IV-Empfängerin, in einem Gastbeitrag für das Online-Magazin VICE. Ihr Fazit: Für viele junge Menschen in Deutschland macht Hartz IV eine erfolgreiche Zukunft beinahe unmöglich. Zu Hause ausziehen, studieren – all die Dinge, die dazu führen, dass junge Menschen selbstständig und erfolgreich werden, kosten viel Geld. Aber Kinder von Hartz IV-Empfänger haben dieses Geld nicht. Und sie können es sich auch nicht selbst erarbeiten. Denn im Monat dürfen Kinder von Hartz IV-Empfängern nur 100 Euro von dem, was sie verdienen, behalten. Sparen geht nicht.

Jugendliche werden automatisch zu Außenseitern

Eigentlich würde Sarah-Lee Heinrich gern studieren. Aber ob das klappt, ist fraglich. Denn dafür müsste sie Geld sparen können. Und solange sie bei ihrer Mutter wohnt, rechnet das Amt alles, was sie über 100 Euro verdient, zu 80 Prozent auf den Hartz IV-Satz ihrer Mutter an. Deswegen arbeitet Sarah für 450 Euro im Monat, darf aber nur 170 Euro behalten. Für einen Umzug, Kaution und ähnliches könne sie beim Amt zwar einen Zuschuss beantragen – aber ob der bewilligt werde, sei nicht sicher, schreibt die Abiturientin bei VICE.

Dort erklärt sie auch, dass Hartz IV für junge Menschen psychisch sehr belastend sein kann. So habe sie aufgrund ihrer finanziellen Situation von Anfang an ausgeschlossen, an der Abschlussreise ihrer Klassenstufe teilnehmen zu können. Doch es sei fatal für die Psyche von Kindern und Jugendlichen, wenn sie immer wieder zu Außenseitern würden, obwohl sie an der Situation nichts ändern könnten. Sarah-Lee Heinrich meint: Es sollte den jungen Menschen hoch angerechnet werden, wenn sie selbst versuchen, der finanziellen Armut zu entfliehen. Wir sollten ihnen den langen Weg nicht noch weiter erschweren.

„An sich ergibt es Sinn, dass eine Familie füreinander sorgt, aber sollten minderjährige Kinder auch für ihre Eltern sorgen müssen? Ich finde nicht.“

Dieser Beitrag wurde empfohlen von: Alisa Sonntag.

 

Tiefer eintauchen

  • Die Statistik zeigt, dass Sarah-Lee Heinrich kein Einzelfall ist. Die Zahl der Kinder, deren Eltern auf Sozialhilfe angewiesen sind, steigt.
  • Dieser Fotobeitrag in der ZEIT zeigt Hartz IV aus der Perspektive eines sechsjährigen Kindes, dessen Eltern auf die Sozialhilfe angewiesen sind.

Wer steckt dahinter?

Sarah-Lee Heinrich
Kommt aus:Unna im Ruhrgebiet, Deutschland
Politische Position:Heinrich ist Sprecherin der Grünen Jugend in Unna und setzt sich dort für Umweltschutz und gegen Diskriminierung von Minderheiten und für gleiche Rechte für alle ein.
Arbeitet für/als:Abiturientin und Schülersprecherin am Pestalozzi-Gymnasium Unna
Was Sie noch wissen sollten:Sarah-Lee Heinrich bezeichnet sich selbst als Feministin und Antifaschistin. Sie ist der „Black lives matter“-Bewegung verbunden. Sie ist Stipendiatin des Schülerstipendienprogramms „RuhrTalente“.
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