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Jeder von uns trägt zum Klimawandel bei: Heißt das aufgeben?
Jeder von uns trägt zum Klimawandel bei: Heißt das aufgeben?
( Link zum Originalbild | Urheber: Hans | Pixabay | CC0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

wie können wir als Einzelne mit dem Klimawandel umgehen? Müssen wir überhaupt etwas tun, oder liegt die Verantwortung ohnehin bei Politik und Wirtschaft? Diese Frage kommt in der Buzzard-Redaktion immer wieder auf, und wir haben sie schon mehrmals in unseren Wochendebatten beleuchtet. Anfang des Monats fragten wir uns: Fliegen wir zu viel? Einige Wochen zuvor suchten wir Argumente in der Diskussion Sollten wir ein schlechtes Gewissen haben, wenn wir uns nicht vegan ernähren? Und grundsätzlich wurde es in der Debatte Müssen wir verzichten lernen?

In meiner heutigen Empfehlung ist die Fragestellung nach der persönlichen Verantwortung noch verschärft. Denn Madeleine Somerville, Journalistin beim Guardian, ist Umweltaktivistin, und sie ist jeden Tag mit dem Problem konfrontiert, dass sie selbst zum Klimawandel beiträgt – ganz entgegen ihrem beruflichen Anliegen. Sie selbst nennt es Scheinheiligkeit. Sich auf der einen Seite für ein umweltbewussteres Leben einsetzen; und sich gleichzeitig ein neues Auto kaufen; oder Fleisch essen; oder mit dem Flugzeug in den Urlaub reisen.

Aussteigen und autonom in den Wäldern leben? Wohl kaum eine Option. Damit wäre jede Chance vertan, in der Gesellschaft etwas zu verändern. Somerville argumentiert anders – man muss, schreibt sie, die Spannung eben aushalten. Nichts zu tun, aufzugeben, das wäre zynisch. Dass man dabei als Einzelner manchmal scheitert, auch das gehöre dazu. Wir können, so Somerville, dieses Scheitern akzeptieren – und in unseren Bemühungen trotzdem nicht nachlassen.

„Wir alle existieren innerhalb des Systems, das wir zu ändern hoffen. Ich benutze einen Laptop, ein Smartphone, Internet, Strom. Die meisten Publikationen, für die ich Anti-Konsum-Artikel schreibe, werden durch Werbung gestützt und bezahlt.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Maurus Jacobs
Kommt aus:Geboren in Kalifornien, aufgewachsen bei Hamburg, jetzt in Leipzig
Politische Position:Hat großes Interesse, komplexe Debatten in ihrer Vielfalt, aber übersichtlich darzustellen
Arbeitet für/als:Arbeitet für eine Hamburger Medienagentur
Was Sie noch wissen sollten:Maurus hat in Hamburg für die Bergedorfer Zeitung und Die Welt geschrieben. Er studiert am Deutschen Literaturinstitut.
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