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Die Staaten der Erde sind zu vernetzt für einen neuen Weltkrieg
Die Staaten der Erde sind zu vernetzt für einen neuen Weltkrieg
( Link zum Originalbild | Urheber: Worldislandinfo | flickr.com | CC-BY-SA 2.0 )

Das Argument in Kürze:

Die Gefahr eines neuen Weltenbrands scheint gebannt. Zumindest höchstwahrscheinlich, argumentiert John Aziz in der US-Ausgabe des Magazins THE WEEK. Dafür sprächen die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte. Die Staaten der Welt seien mittlerweile derart stark miteinander verwoben, dass einzelne Länder einen globalen Krieg nicht riskieren würden. Es gelte die Devise: Don‘t worry! Macht euch keine Sorgen!

Frieden dank Globalisierung

Die Welt hat sich seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges grundlegend verändert. Dadurch ist ein weltumspannender Krieg in den Augen des Wirtschaftsjournalisten John Aziz so unwahrscheinlich wie nie. Sein Artikel „Don‘t worry: World War III will almost certainly never happen“ stimmt einen geradezu euphorischen Ton an.

Mit einer Rückschau auf Beinahe-Katastrophen des Kalten Krieges verdeutlicht der Journalist, dass Eskalationen immer wieder möglich waren. Doch nach der Eiszeit zwischen den USA und der Sowjetunion sei die Welt enger zusammengerückt. Die Menschen, so lässt sich aus Aziz‘ Ansatz schließen, können auf ein komplexes Sicherheitsnetz vertrauen.

Von nuklearer Bedrohung zu Handelsabkommen

Atomwaffen waren im Kalten Krieg ein allgegenwärtiges Damoklesschwert. Doch ihr Potential ergab sich durch die bloße Androhung, sie einzusetzen. Tatsächlich angewendet, hätten sie die gegenseitige Zerstörung der Kriegsparteien zur Folge gehabt. Dieses Gleichgewicht des Schreckens, so Aziz, habe den Einsatz von Atomwaffen unwahrscheinlich gemacht.

Auch die Gründe für konventionelle Kriege scheinen im Laufe der Jahrzehnte abgenommen zu haben. Mittlerweile binden zahlreiche Handelsbeziehungen die Staaten der Welt aneinander. Eine Auseinandersetzung mit Waffen wäre hier äußerst schädlich. Somit minimieren internationale Wirtschaftsbeziehungen, Bankgeschäfte und Investitionen die Möglichkeit eines Krieges, anders als zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Und nicht nur im globalen Handel sieht John Aziz den Hinderungsgrund für einen neunen Weltkrieg. Denn auch die gehandelten Produkte selbst wären ohne eine friedliche Kooperation kaum denkbar. Die treffende Metapher für ihn: Sein eigenes Notebook. Für dessen Herstellung sind Materialien und Komponenten aus allen Erdteilen nötig. Eine Produktion in Eigenregie ist für viele – wenn nicht sogar für alle – Länder der Erde kaum mehr vorstellbar. Die Weltwirtschaft ist letztlich „too big to fail“, betont Aziz.

Frieden durch Demokratie und Social Media

Einen weiteren Anhaltspunkt für seine These findet Aziz in der Annahme, demokratische Staaten neigen seltener dazu gegeneinander Krieg zu führen. Die Völker, so die Folgerung, sind auch durch gemeinsame Ideale näher zusammengerückt. Dazu habe auch das Internet beigetragen. So konnten Sprachbarrieren überwunden, Propaganda entlarvt und freie Berichterstattung ermöglicht werden. John Aziz verweist jedoch darauf, das Terrorismus, religiöser Fanatismus und neue Formen der Kriegsführung eine Prognose für die Zukunft schwierig machen. Fest steht allerdings, dass die Menschheit von den Grauen der beiden Weltkriege entfernter ist als noch vor Jahrzehnten.

Die apokalyptischen Visionen eines neuen Weltkrieges zwischen Nationen oder Reichen, in die drei Generationen hineingewachsen sind, werden immer kleiner.“

 

Dieser Beitrag wurde empfohlen von: Patrick Ehrenberg

 

Wer steckt dahinter?

John Aziz
Kommt aus:USA
Arbeitet für/als:Wirtschaftsjournalist
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke

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