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Nationalisten wie Trump, Putin und Bolsonaro gefährden den Frieden
Nationalisten wie Trump, Putin und Bolsonaro gefährden den Frieden
( Link zum Originalbild | Urheber: Taken | Pixabay | CC0 Public Domain )

Das Argument in Kürze:

Egal ob in den USA oder Russland, Polen oder Brasilien: Vielerorts lenken heute wieder nationalistische Regierungen die Geschicke. Dass diese nur noch den eigenen Staat im Blick behielten und sich multilateralen Lösungen versperrten, bereitet dem ZEIT-ONLINE-Kolumnisten Michael Thumann Sorgen. Er fühlt sich an die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg erinnert.

Für den Frieden braucht es Multilateralismus

Ohne Nationalismus lassen sich die großen Kriege des 20. Jahrhunderts nicht verstehen. Nicht ein wahnsinniger Einzelner, Faschismus oder Kommunismus, hätten den Ersten Weltkrieg entzündet, schreibt Thumann, sondern nationalistische Regierungen. Und damit nicht genug: Nur weil französische Nationalisten dann auch noch die Friedensverträge von 1918 diktiert hätten, sei die Welt selbst in Friedenszeiten nicht zur Ruhe gekommen, sondern direkt weiter, „von Weltkrieg zu Weltkrieg“, getaumelt.

Damals wie heute hätten es die Staatschefs mit multilateraler Vision schwer gehabt, beschreibt Thumann. 1918 sei US-Präsident Woodrow Wilsons 14-Punkte-Plan für mehr internationale Zusammenarbeit von amerikanischen Nationalisten blockiert worden. Heute wendeten sich die USA unter dem Nationalisten Donald Trump nach und nach von internationalen Vereinbarungen ab und zersetzten die multilateralen Institutionen. Die Geschichte habe gezeigt, wie gefährlich eine solche Entwicklung werden könne: Hitler habe im Vorfeld des Zweiten Weltkrieges vor allem deshalb einen Friedensvertrag nach dem anderen zerreißen können, weil sich die USA damals gegen den Beitritt zum Völkerbund entschieden hätten und diesem deshalb jede Durchschlagskraft fehlte.

Keine Frage: Man kann Thumann vorwerfen, sein Vergleich sei oberflächlich und ignoriere, dass die internationale Gemeinschaft heute, nach Jahrzehnten weitestgehend friedlicher Zusammenarbeit deutlich gefestigter sei als damals. Thumanns Text ist aber nur eine Kolumne, keine ausführliche politische Analyse, und leistet was die Darstellungsform leisten soll: Sie formuliert einen klaren Gedanken und vergleicht geradlinig die politische Ausgangslage heute und damals.

„Nationalismus gegen Multilateralismus: Das waren genau die Alternativen, vor denen auch die Staatschefs vor 100 Jahren standen. Sie entschieden sich für den Nationalismus und taumelten von Weltkrieg zu Weltkrieg.“

 

Dieser Beitrag wird empfohlen von: Jannis Carmesin

Wer steckt dahinter?

Michael Thumann
Kommt aus:Thumann ist nach eigener Aussage „in Hamburg aufgewachsen und in Berlin erwachsen geworden“.
Arbeitet für/als:Außenpolitischer Korrespondent der ZEIT. Zuvor unter anderem Korrespondent in Istanbul und Moskau.
Was Sie noch wissen sollten:Studierte Geschichte, Politik und Slawistik in Berlin, New York und Leningrad (heute St. Petersburg).
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