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Warum eine „familiäre“ Unternehmenskultur mehr schadet als nützt
Warum eine „familiäre“ Unternehmenskultur mehr schadet als nützt
( Link zum Originalbild | Urheber: rawpixel | Pixabay | CC0 1.0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

wann immer über das Großthema „Zukunft der Arbeit“ gesprochen wird, kann man fast sicher sein, auf bestimmte Stichworte zu stoßen: Flexibilität, offen und hell gestaltete Arbeitsbereiche, flache Hierarchien und familiäres oder freundschaftliches Miteinander. „Das Büro wird zum zweiten Zuhause“ heißt es beispielsweise bei ntv.de – aber sollte das wirklich Ziel einer Unternehmenskultur sein?

So schön die neue Arbeitswelt auf den ersten Blick erscheint, so vielseitig sind die damit verbundenen Tücken, argumentiert ein Beitrag von Marius Hasenheit, den wir heute empfehlen. Im Politischen Feuilleton von DEUTSCHLANDFUNK KULTUR warnt Hasenheit, der Mitglied der genossenschaftlichen Unternehmensberatung sustainable natives eG ist, dass die vielgerühmte „familiäre Atmosphäre“ am Arbeitsplatz Risiken für die Arbeitnehmer birgt. Er verweist unter anderem auf die zurückgehende Zahl von Beschäftigten, die durch einen Betriebsrat vertreten werden. Eine Arbeitnehmervertretung erscheine in einer Lesart auch gar nicht notwendig, in der sich der ebenso fürsorgliche wie strenge „Patriarch“ der Familie – also der Chef des Unternehmens – ohnehin durchsetzt. Ein derart paternalistisches Familienbild auf die Arbeitswelt zu übertragen, findet Hasenheit befremdlich. Zusätzlich suggeriere man damit gern eine (oberflächliche) Demokratisierung der Abläufe im Unternehmen. Hierarchien, wie sie ja auch in der Sozialstruktur Familie seit jeher bestehen, werden so allenfalls übertüncht oder beschönigt, aber nicht abgebaut.

„Je versteckter Hierarchien sind, desto nachdrücklicher werden sie mit kleinen Gesten und Privilegien ausgedrückt – wie Firmenparkplätzen oder Ausnahmeregelungen.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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