Zurück zur Übersicht
Warum ausgerechnet konservative Christen zu Trumps wichtigster Machtbasis zählen
Warum ausgerechnet konservative Christen zu Trumps wichtigster Machtbasis zählen
( Link zum Originalbild | Urheber: rawpixel.com | Pexels | Pexels Licence )

Das Argument in Kürze:

Ob sexistische Tweets oder die Affäre mit einem Pornostar, auf dem Beichtstuhl hätte Trump wohl eine Menge zu erzählen. Dennoch konnte Trump bei den Midterms vor allem auf die Stimmen von konservativen Christen zählen. Woran das liegt, erläutert Reporter Dylan Scott auf VOX.COM.

80 Prozent weißer Evangelikaler wählten 2016 Trump

Schon bei der Präsidentschaftswahl seien es die konservativen Christen gewesen, die erst die Grundlage für Trumps Wahlsieg geschaffen haben. Den Grund dafür erklärt Scott so: Ungeachtet seiner sexistischen Äußerungen tritt Trump unbeirrt für ihr wichtigstes Anliegen ein. Während für andere Amerikas Zukunft an Themen wie der Einwanderung oder wirtschaftlicher Entwicklung abhängen, gibt es für konservative Christen nur ein bestimmendes Thema: Abtreibung.

Und Trump lieferte. Er erließ nicht nur Gesetze, die ein Vorgehen gegen Abtreibung erleichtern, sondern erhob auch zwei konservative Richter in den Supreme Court. Durchaus pointiert weist Scott darauf hin, dass es die Evangelikalen in all ihrer Freude vollbracht hätten, seine Affäre mit einer Pornodarstellerin zu verdrängen und Trump zu einem vorbildlichen Mann zu erklären. Im April gaben 75 Prozent weißer Evangelikaler an, zufrieden mit der Politik Trumps zu sein. Die größte Zustimmung quer durch alle sozialen Gruppen.

Für konservative Christen verkörpere Trump die Wiederkehr zur eigentlichen amerikanischen Politik und dieser Kurs stand bei den Midterms auf dem Spiel. Dabei vertrauen die Republikaner auf die Loyalität ihrer konservativen Wähler. Denn im Gegensatz zu der eher jungen und heterogenen Anhängerschaft der Demokraten, hätten sich die Republikaner, so Scott, an der Wahlurne immer auf ihre konservativen Anhänger verlassen können.

Scotts Text ist am 29.10, kurz vor den Midterms erschienen. Er meint: Ähnlich wie schon 2014, als alle Umfragen Hillary Clinton vorne sahen und es am Ende doch nichts wurde, könne es nun, zwei Jahre später, erneut ablaufen. Auch weil, wie Scott interessanterweise ausführt, der Anteil konservativer Christen zwar insgesamt in der Bevölkerung abnehme, aber immer noch einen entscheidenden Teil der Wahlberechtigten ausmacht. Grund genug Trump zu wählen, gebe es für konservative Wähler allemal.

„Aus ihrer Perspektive hat Trumps Regierung zu einer Serie überwältigender Erfolge in ihren Kernthemen geführt. Trumps Verhalten ist fast nebensächlich. Stattdessen haben sie einen zu tiefst religiösen Vizepräsidenten, Mike Pence, der leise an ihrer Agenda arbeitet.“

Der Beitrag wird empfohlen von: Miguel Kaluza.

Weitere Lesetipps von The Buzzard:

  • Bei Zeitjung versucht Leonie Habisch zu ergründen, warum auch nicht konservative Christen Trump für wählbar halten.

 

 

Wer steckt dahinter?

Dylan Scott
Kommt aus:Ohio
Arbeitet für/als:Reporter bei Vox.com für Gesundheits- und Innenpolitik
Was Sie noch wissen sollten:Studierte Journalismus an der Ohio University
Lies unsere besten Empfehlungen bequem per E-Mail. Nein danke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.