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Warum Kryptowährungen wie Bitcoin absurd viel Energie verbrauchen
Warum Kryptowährungen wie Bitcoin absurd viel Energie verbrauchen
( Link zum Originalbild | Urheber: Michael Wuensch | Pixabay | CC0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard. 

Guten Morgen,

spätestens seit dem vergangenen Jahr sind Kryptowährungen fast jedem ein Begriff. Die erste Kryptowährung war Bitcoin, ein digitales Zahlungsmittel,  mit dem seit 2009 gehandelt wird und das 2017 rasant an Wert gewann: Im Dezember lag der Wert eines einzelnen Bitcoins auf einigen Krypto-Börsen bei bis zu 20.000 US-Dollar. Inzwischen ist der Bitcoin-Kurs wieder gefallen, die Blase ist geplatzt. Trotzdem sind Kryptowährungen in der Berichterstattung präsent: Im Manager Magazin kann man sich darüber informieren, wie man mit ihnen Geld verdient; das Handelsblatt spottet über Venezuelas gescheiterten Versuch, eine eigene Kryptowährung einzuführen; im Merkur ist zu erfahren, welche wirtschaftlichen Risiken die Digitalwährungen bergen; und die Zeit erklärt, weshalb Kryptogeld eine geniale Idee ist.

Doch seit Montag rückt ein ganz anderer Aspekt in den Vordergrund – der Energieverbrauch. Denn aus einer Studie, die in der Zeitschrift „Nature Sustainability“ erschien (leider nur auf Bezahlung einsehbar), geht hervor, dass Kryptowährungen allein 2018 mehr Energie verbrauchen als ganz Dänemark. Rund 30 Milliarden Kilowattstunden Strom. Der Verbrauch steigt damit noch schneller als erwartet und könnte, so warnten Autoren in der Zeitschrift „Nature Climate Change“, die globale Erwärmung innerhalb von drei Jahrzehnten auf über zwei Grad treiben.

Der Grund für den hohen Stromverbrauch? Kryptowährungen wie Bitcoin sind verschlüsselt. Sie werden in der sogenannten Blockchain gespeichert, einer dezentralen Datenbank. Jeder kann sich am Entschlüsseln beteiligen und kriegt zur Belohnung Bitcoin-Anteile. Nur braucht es für die Entschlüsselung einen ungeheuren Rechenaufwand – und der ist das Problem. Längst haben professionelle Akteure den stromfressenden Prozess übernommen, vor allem in China, wo die Energiepreise besonders stark subventioniert sind.

Immerhin: Es gibt bereits energieeffizientere Algorithmen zum Entschlüsseln. Nur arbeitet Bitcoin, die älteste und erfolgreichste Kryptowährung, eben noch mit veralteter Technik.

„Angesichts des enormen Energieaufwands beim digitalen Schürfen von Bitcoins haben Forscher vor den Folgekosten für die Umwelt gewarnt. 2018 werde für die Herstellung der Kryptowährung mehr Energie als in ganz Dänemark verbraucht, sagte Max Krause vom Oak Ridge Institute for Science and Education. ‚Wir haben eine völlig neue Industrie, die pro Jahr mehr Energie konsumiert als viele Länder.'“

 

Hier geht’s zur Zusammenfassung der Studie.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Maurus Jacobs
Kommt aus:Geboren in Kalifornien, aufgewachsen bei Hamburg, jetzt in Leipzig
Politische Position:Hat großes Interesse, komplexe Debatten in ihrer Vielfalt, aber übersichtlich darzustellen
Arbeitet für/als:Arbeitet für eine Hamburger Medienagentur
Was Sie noch wissen sollten:Maurus hat in Hamburg für die Bergedorfer Zeitung und Die Welt geschrieben. Er studiert am Deutschen Literaturinstitut.
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