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Trump ist ein amoralischer Antidemokrat
Trump ist ein amoralischer Antidemokrat
( Link zum Originalbild | Urheber: Geralt | Pixabay | CC0 Public Domain )

Das Argument in Kürze:

Hat Präsident Donald Trump bisher einen guten Job gemacht? Der US-amerikanische Journalist Chris Cillizza findet: Auf keinen Fall. In einem Beitrag für CNN schreibt Cillizza, dass Trump völlig amoralisch und eigennützig regiere – und dass das dem Land erheblichen Schaden zufüge.

Für Trump gibt es kein richtig oder falsch

Cillizza sieht einen wesentlichen Unterschied zwischen Trump und allen Präsidenten vor ihm: Trump glaube nicht an das Bild des Präsidenten als moralische Führungspersönlichkeit. Das könne man besonders deutlich daran sehen, wie er auf den anti-semitisch motivierten Anschlag auf eine Synagoge in Pittsburgh reagierte: Er machte die Medien und ihre angeblich falsche Berichterstattung für den Hass und die Polarisierung in der Gesellschaft verantwortlich. Laut Cillizza habe Trump damit den Anschlag ausgenutzt, um seine Wähler aufzustacheln, die den Medien sowieso schon negativ gegenüber eingestellt seien. Aus dem Leid der jüdischen Gemeinschaft habe Trump seinen ganz persönlichen Nutzen gezogen. Er habe die Wirklichkeit verzerrt dargestellt und daraufhin die Medien dafür beschuldigt – alles, um Wählerstimmen für ihn selbst und seine Partei zu gewinnen.

Trumps Amoralität ist schlecht für die USA

Cillizza attestiert Trump damit einen fehlenden moralischen Kompass: „In Trumps Welt gibt es kein moralisches richtig oder moralisches falsch. Es gibt nur diejenigen, die ihn unterstützen und diejenigen, die es nicht tun.“ Für Trump bestehe das Amt des Präsidenten darin, alles zu tun, um seinen Freunden zu helfen und seinen Feinden zu schaden – und nicht etwa darin, eine moralische Führungsperson für das Land und die restliche Welt zu sein. Das habe furchtbare Konsequenzen für die Nation, fasst Cillizza zusammen. Er spezifiziert zwar nicht, welche Konsequenzen das genau sind. Aber er erwähnt weitere Beispiele neben Pittsburgh, wie die rassistischen Ausschreitungen in Charlottesville oder die Anschuldigungen gegenüber Roy Moore, Rob Porter und Brett Kavanaugh, in denen Trump keine moralische Stellung bezogen habe.

„Man kann mit der Politik Barack Obamas, George W. Bushs, Bill Clintons, George H.W. Bushs, Ronald Reagans oder Jimmy Carters einverstanden sein oder nicht. Viele Menschen waren das auch – und sind das auch noch. Aber was all diese Männer gemeinsam hatten, war ein moralischer Kompass. Ein Bewusstsein dafür, dass das Amt des US-amerikanischen Präsidenten kein Job ist, in dem man alles tut, um seinen Freunden zu helfen und seinen Feinden zu schaden. Sondern ein Job, in dem man als Leuchtfeuer der moralischen Führung im Land und in der Welt gilt.“

Der Beitrag wird empfohlen von: Stephanie Berens

Weitere Lesetipps von The Buzzard:

Dieser Beitrag von der Politikwissenschaftlerin Jennifer Lynn McCoy auf THE CONVERSATION analysiert, wie sich die gesellschaftliche Polarisierung seit Trump verstärkt hat und warum beide politische Seiten eine Rolle in der Polarisierung spielen.

Wer steckt dahinter?

Chris Cillizza
Kommt aus:USA
Arbeitet für/als:Journalist
Was Sie noch wissen sollten:Cillizza ist ein politischer Kommentator für CNN. Zuvor hat er für die Washington Post geschrieben und politische Ereignisse für MSNBC analysiert. Bei CNN erscheinen seine Kommentare im Newsletter „The Point with Chris Cillizza“. Er twittert unter @CillizzaCNN.
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