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Es gibt keine Social-Media-Sucht
Es gibt keine Social-Media-Sucht
( Link zum Originalbild | Urheber: David | Pixabay | CC0 Creative Commons )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

Handys machen uns krank, unglücklich und süchtig. Das scheint schon fast zum Grundwissen dazuzugehören. Dass solche Behauptungen nicht ganz so belegt ist wie vielleicht angenommen, berichtet Sebastian Meineck auf der Seite MOTHERBOARD. Zumindest dass Smartphones süchtig machen, sei ein Irrglaube: Es gebe keine Sucht nach sozialen Netzwerken, und es gebe auch keine Internetsucht generell. Meineck schreibt: Die einzig anerkannte Sucht sei Gaming-Sucht, also die Sucht nach Online-Computerspielen. Die nämlich sei im Jahr 2018 unter dem Namen „Gaming Disorder“ in die Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgenommen worden. Bei allen anderen Arten von Sucht mit Bezug auf das Handy sei noch nicht ausreichend geforscht worden, um von einer klassischen Sucht mit definiertem Krankheitsbild zu sprechen.

Auch über andere Mythen rund um das Thema Handynutzung spricht Meineck in dem Text. Interessant ist dabei auch die Behauptung: Die Unterscheidung zwischen Online- und Offline-Zeit mache heutzutage keinen Sinn. Meineck fragt: Zählt die Zeit, die wir auf einen Info-Screen am Bahnhof schauen, als Online-Zeit, weil dieser mit dem Internet verbunden ist? Und wenn wir über einen Onlinedienst Musik hören, sind wir dann auch online? Die Unterscheidung sei nicht eindeutig und deswegen nicht sinnvoll, so der Autor.

„Die einzig bislang anerkannte Internet-Krankheit ist die Gaming-Sucht. Manches spricht dafür, dass in Zukunft auch Online-Sex-Sucht und Social-Media-Sucht als Krankheiten anerkannt werden könnten. Schon jetzt werden Menschen mit diesen Problemen behandelt. Aber bis sie als anerkannte Krankheiten gelten, ist noch mehr Forschung notwendig.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Nadja Tausche
Kommt aus:München
Politische Position:Versucht, alle politischen Richtungen zumindest neutral zu betrachten
Arbeitet für/als:Arbeitet als freie Journalistin unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, den Donaukurier und The Buzzard
Was Sie noch wissen sollten:Nadja Tausche hat im bayerischen Eichstätt und in Barcelona Journalistik studiert.
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