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Wer fliegt, fördert Tierversuche
Wer fliegt, fördert Tierversuche
( Link zum Originalbild | Urheber: Gerhard Gellinger | Pixabay | CC0 Creative Commons )

Das Argument in Kürze

Wir sollten weniger fliegen. Und zwar nicht nur wegen der CO2-Emissionen. Sondern auch, weil das Flugzeug-Business abstoßende Tierversuche fördert, schreibt Morgane Llanque auf der Seite TRAVELBOOK: Um zu vermeiden, dass Vögel in die Turbinen fliegen und das Flugzeug zum Absturz bringen, werden die Flugzeuge demnach vor dem Gebrauch getestet. Dabei werden laut der Autorin echte Vögel getötet und in die Turbinen geschossen. Weil das gängige Praxis zu sein scheint, könnte man sagen: Wer fliegt, fördert Tierversuche.

Vogelschlagtests zählen nicht als Tierversuche

Bei diesen Vogelschlagtests würden die Vögel aus einer Pressluftkanone auf das zu testende Flugzeug geschossen, berichtet Llanque. Die Vögel seien extra für die Tests gezüchtet worden. Beim Versuch selbst erreichten die Tiere Geschwindigkeiten von bis zu 370 Kilometern pro Stunde, seien dabei allerdings schon tot: Sie werden vor den Tests von einem Tierarzt getötet, schreibt die Autorin.

Die Tests an sich dürften durchaus gerechtfertigt sein, glaubt man den Zahlen, die Llanque in dem Text nennt. 900 bis 1700 solcher Luftschläge kommen demnach im deutschen Luftraum pro Jahr vor, durch sie werden Schäden von bis zu 45 Millionen Euro verursacht. Vor allem aber könnte durch einen Vogel in der Turbine das Flugzeug abstürzen und die Passagiere darin töten. Die Tests seien für die Hersteller deshalb verpflichtend, schreibt Llanque: Damit testen die Hersteller die Stabilität von Cockpitscheiben, Flugzeugnase, Flügelvorderkanten, Leit- und Fahrwerken.

Interessant ist, wie die Tests laut TRAVELBOOK einzuordnen sind. Sie seien nämlich offiziell keine Tierversuche, weil die Vögel nicht beim Test selbst sterben, sondern schon davor. Dabei müsste es diese abstoßenden Tests gar nicht geben, schreibt die Autorin. Um das Töten der Vögel zu vermeiden, gebe es durchaus andere Lösungen. Man könne etwa künstliche Vögel verwenden, laut European Aviation Safety Agency (EASA) sei das sogar offiziell erlaubt, betont Llanque.

 

„Ein Triebwerk-Ingenieur eines großen deutschen Herstellers, der anonym bleiben möchte, berichtet davon, dass sein Arbeitgeber ihm empfehle, nicht über die Tests mit Vogelkadavern zu sprechen. „Wenn ich an Fachinstituten Vorträge über Prävention von Vogelschlag halte, soll ich auf dieses Thema nicht von mir aus eingehen“, erzählt er TRAVELBOOK.“

 

Dieser Beitrag wird empfohlen von: Nadja Tausche

Wer steckt dahinter?

Morgane Llanque
Kommt aus:Berlin
Arbeitet für/als:Schreibt unter anderem für Travelbook, die TAZ und die WELT
Was Sie noch wissen sollten:Die Industrie wolle das Thema Vogelschlagprävention möglichst klein halten, schreibt Llanque in ihrem Text: Von den Flugzeugherstellern habe sie nur vage Informationen erhalten.
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