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Wenn Privatpersonen weniger fliegen, ändert das nichts. Wir müssen größer denken
Wenn Privatpersonen weniger fliegen, ändert das nichts. Wir müssen größer denken
( Link zum Originalbild | Urheber: Cocoparisienne | Pixabay | CC0 )

Das Argument in Kürze:

Think big, fordert Natasha Geiling in ihrem Text für THE OUTLINE. Auch wer seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck verkleinere, könne relativ gesehen nur so wenig CO2 einsparen, dass es den Klimawandel nicht mehr nennenswert bremse. Weniger zu fliegen lohne sich folglich nicht. Stattdessen, fordert Geiling, müssten wir an den großen Stellschrauben drehen und klimabewusste Politikerinnen und Politiker wählen, die klimaschädliche Konzerne regulieren und sich für eine saubere Infrastruktur einsetzen. Die einzige wirksame Waffe des Einzelnen sei sein Kreuz auf dem Wahlzettel.

 

Individueller Verzicht ist “voll 80er”

Die Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel auf das Individuum abzuwälzen, sei in etwa so sinnvoll, wie einen Raser dadurch bremsen zu wollen, das Radio leiser zu drehen oder die Klimaanlage an zu stellen. Geilings Artikel lebt von seinem Witz, ohne dadurch an Tiefe zu verlieren. Zahlreiche interessante Links auf weiterführende Beiträge und Studien unterfüttern den Beitrag.

Präzise führt sie auf, wie verschwindend klein das Einsparpotenzial beim individuellen Lebensstil ist, wenn man es in Relation zu Emissionen der umweltschädlichsten 100 Unternehmen setzt. Diese sind für über 70 Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich. Angesichts dessen ergebe individueller Verzicht (“eine altmodische Idee aus den Achtzigern, aus einem früheren IPCC-Bericht, als die Lage noch halb so ernst war”) im Grunde keinen Sinn.

Geilings Schlussfolgerung: Um die wirklich dicken Fische einzufangen, brauche es einen Politikwechsel, etwa bei den Midterm-Wahlen in den USA. Mehr als die Hälfte der Abgeordneten im aktuellen Repräsentantenhaus weigerten sich, den Klimawandel als Problem zu erkennen. An deren Stelle müssten Politikerinnen und Politiker treten, die Kohle höher besteuern und grüne Infrastruktur fördern wollten. Diesen Wandel anzuschieben, liege in der Verantwortung der Wähler – und sei die einzige Möglichkeit, den Klimawandel noch abzubremsen.

 

“Es gibt wirklich nur eine Sache, die der Einzelne tun kann, um das Schlimmste noch abzuwenden […]: aufzuhören, Politiker zu wählen, die den Klimawandel nicht wie die unmittelbare, existenzielle Bedrohung behandeln, die er ist.

 

Dieser Beitrag wird empfohlen von: Jannis Carmesin

 

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Wer steckt dahinter?

Natasha Geiling
Kommt aus:Geboren in Oregon, jetzt wohnhaft in Kalifornien
Arbeitet für/als:Studiert Jura in Berkeley und arbeitet als Journalistin mit den Schwerpunkten Umwelt und Klima
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Ein Gedanke zu “Wenn Privatpersonen weniger fliegen, ändert das nichts. Wir müssen größer denken

  1. Das Argument kann man genauso gut umdrehen: ein einzelner Stimmzettel hat auch keinen nennenswerten Einfluss auf eine Wahl, folglich lohnt es sich nicht zu versuchen damit etwas an der Klimapolitik zu verändern. Und mit dem selben logischen Konstrukt könnte ich so ziemlich jede Handlung rechtfertigen, weil ja alles für die Gesamtheit wenig ändert.

    Was ich sagen will: der eigene Geldbeutel ist auch ein Stimmzettel. In jedem Fall ist der Effekt der Handlungen eines Individuums relativ gering. Aber das ist ein sehr schlechtes Argument dafür nichts zu tun. Es ist bestenfalls naiver Hedonismus.

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