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Wer fliegt, gehört zu einer privilegierten Elite und ist Klimasünder
Wer fliegt, gehört zu einer privilegierten Elite und ist Klimasünder
( Link zum Originalbild | Urheber: Jan Vašek | Pixabay | CC0 Creative Commons )

Das Argument in Kürze:

Während das Fliegen für die europäische Mittel- und Oberschicht zum kosmopolitischen Lifestyle gehört, hat der Großteil der Menschheit (82 Prozent) noch nie in einem Flugzeug gesessen. Deshalb, so die These des Textes von Arthur Sullivan für die DEUTSCHE WELLE, ist das Reisen ein Hobby einer privilegierten Elite auf Kosten aller anderen anderer. Auch wenn er diese Forderung nirgendwo so deutlich formuliert, klingt zwischen den Zeilen doch durch: Es wäre notwendig, öfter aufs Fliegen verzichten.

 

Durch den Verzicht auf Flugreisen kann der Einzelne mehr für das Klima tun als in jedem anderen Lebensbereich

Wenn ihr wenig Zeit habt und nur einen Text zu den klimatischen Folgen des Flugverkehrs lesen könnt, lest diesen. Ohne belehrend zu wirken schafft er Bilder, die veranschaulichen, warum wir unsere Vielflieger-Kultur hinterfragen sollten und diskutiert gleichzeitig mögliche Lösungswege.

Besonders eindrücklich ist dabei eine Studie der Nichtregierungsorganisation Germanwatch, die Arthur Sullivan heranzieht. Wer nur ein einziges Mal von Deutschland in die Karibik und wieder zurück fliege, heißt es darin, belaste das Klima mit ähnlich vielen Emissionen wie 80 durchschnittliche Einwohner Tansanias in einem ganzen Jahr. Einer von Sullivans Interviewpartnern, der Tourismuswissenschaftler Stefan Gössling, unterstreicht das: Es gebe keinen Lebensbereich, in dem ein einzelner Mensch dem Klima in so kurzer Zeit so extrem schade wie auf einer Flugreise.

Ist die beste Lösung also individueller Verzicht? Sullivan bietet den Leserinnen und Lesern zur Beantwortung dieser Frage nicht nur die Meinung eines Greenpeace-Vertreters an, der meint, es brauche in der Tat einen weniger konsumorientierten Lebensstil jedes und jeder einzelnen. Der Verzicht auf übermäßiges Fliegen sei dafür ein wichtiger Anfang.

Stattdessen findet im Artikel auch das Argument eines Sprechers der Luftfahrtindustrie Raum. Dieser argumentiert, es sei wichtig, das Fliegen weiterhin jeder und jedem möglich zu machen und trotzdem die Emissionen zu senken: durch Kompensationsmechanismen, effizientere Flugzeuge, Routen und nachhaltige Treibstoffe.

 

“Selbst bei ansonsten vorbildlichem Verhalten würden zwei hypothetische Kurzstreckenflüge und ein Langstreckenflug im Jahr ausreichen, um den Umweltschützer zum Klimasünder zu machen.”

 

Der Beitrag wird empfohlen von: Jannis Carmesin

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Wer steckt dahinter?

Arthur Sullivan
Kommt aus:bezeichnet Irland und Deutschland als seine Heimat
Arbeitet für/als:Wirtschaftsjournalist bei der Deutschen Welle
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