Weil wir Banken brauchen, haben sie uns in der Hand
Weil wir Banken brauchen, haben sie uns in der Hand
( Link zum Originalbild | Urheber: Kris | pixabay.com | CC0 )

Das Argument in Kürze:

Die Macht der Banken speist sich aus ihrer zentralen Rolle in unseren Volkswirtschaften, argumentiert ZEIT-Redakteurin Lisa Nienhaus. Wir alle jedes Unternehmen, aber auch die Bürgerinnen und Bürger sind mit ihnen verflochten. Deshalb hängt unser Wohl auch vom Wohl der Banken ab. So lange das so bleibt, stehen wir ihrem Handeln weitgehend machtlos gegenüber.

Der Staat rettet niemals nur eine Bank, sondern uns alle

Nienhaus kann die alte Leier nicht mehr hören: Dass in der Finanzkrise mit Milliarden die Banken gerettet wurden, der einfache Bürger aber leiden musste, nennt sie “Finanzkrisenpopulismus”. Denn: Der Staat, so Nienhaus, sprang nicht ein, um die Banken im Speziellen oder gar die Boni der Banker zu retten. Vor allem hilft er den normalen Kontoinhaberinnen und Kontoinhabern. Sie und ihre Ersparnisse hätte ein Kollaps am härtesten getroffen. Kollabierten die Banken, drohten wir mit ihnen unterzugehen. Im Rahmen unseres Wirtschaftssystems gebe es dazu keine Alternative.

Verändert hat sich seit der großen Krise trotzdem nur wenig, schreibt Nienhaus. Die Politik gehe nach wie vor nicht angemessen gegen riskante Geschäfte und Spekulationen der Banker vor. Die Trump-Regierung in den USA lockere Vorschriften anstatt neue zu setzen. Viele deutsche Banken hielten derweil bis heute zu wenig Eigenkapital, verwalten also vor allem Geld, das ihnen nicht gehört. Das gilt unter Ökonomen als Zeichen für Instabilität. Hier klingt deutlich durch: Solange niemand die Banken konsequenter zähmt, werden sie die Kontrolle über uns behalten.

„Nicht zockende Banken wurden in den Jahren 2008 und den folgenden gerettet. Nein, die hätte man untergehen lassen, wenn es denn halbwegs schadenfrei für das Land gegangen wäre. Das ging aber nicht, weil die Banken die ganz normalen Leute mit sich gerissen hätten.“

Der Beitrag wird empfohlen von: Jannis Carmesin

 

Weitere Lesetipps von The Buzzard:

  • Dieser Beitrag der Welt zeigt, wie wenig sich seit der Finanzkrise strukturell tatsächlich verändert hat – und fragt, ob wir das Bankensystem in seiner heutigen Form wirklich noch brauchen.

 

 

Wer steckt dahinter?

Lisa Nienhaus
Arbeitet für/als:stellvertretende Ressortleiterin Wirtschaft bei der ZEIT
Was Sie noch wissen sollten:Geboren 1979, Studium der VWL und Politik in Köln und Stockholm, parallel Besuch der Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft. 2006 bis 2016 bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die meiste Zeit davon in der Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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