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So klappt es mit der Klimarevolution
So klappt es mit der Klimarevolution
( Link zum Originalbild | Urheber: Bkrmadtya Karki | Pixabay | CC0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

als der Weltklimarat diesen Monat seinen Sonderbericht vorlegte, folgten in den großen Medien, wie zu erwarten, Appelle, die Klimapolitik zu verändern. „Vergesst das Zwei-Grad-Ziel!“, hieß es in der ZEIT. „Die Welt wird ihren Ehrgeiz verstärken müssen“, las man in der Süddeutschen Zeitung, und im New Yorker war die Rede von einer „schrecklichen Warnung“. Wenn es aber darum ging, Lösungsansätze zu skizzieren, dann hielten sich die Kommentatoren mehrheitlich an die Vorschläge, die der Weltklimarat selbst liefert: drastisch weniger Energieverbrauch, drastisch weniger Fleischkonsum und Schluss mit dem Verbrennungsmotor bei Autos.

Marc Barasch fordert mehr. Und tut es auch. Denn er ist Gründer und Chef der „Green World Campaign“, einer NGO, die Projekte vorantreibt, die mehr als bloß Nachhaltigkeit zum Ziel haben. Im Interview mit Forbes erklärt er, wie eine „regenerative Revolution“ aussehen könnte – er setzt auf Technik.

Barasch hält Nachhaltigkeit für nicht ausreichend. Selbst wenn der CO2-Ausstoß von heute an auf Null sinkt, argumentiert er, ist das Klimaproblem nicht gelöst. Er möchte daher Prozesse in Gang bringen, die Schäden rückgängig machen, und nennt als Beispiel ein Projekt in China, wo 200 Millionen Menschen über das Onlinebezahlsystem Alipay Punkte sammelten. Sobald ein Kunde eine bestimmte Punktzahl erreichte, pflanzte Alipay einen Baum, insgesamt bereits mehrere Millionen. Für Barasch zeigt das Projekt, wie neue Technologien helfen können, große Veränderungen anzustoßen, selbst wenn jeder einzelne nur einen kleinen Teil beiträgt. Letztlich sei das Crowdfunding mit neuem Ausmaß.

„Nach den meisten Berechnungen haben wir nur 60 Ernten auf der Erde übrig, wenn wir weitermachen wie bisher. Es gibt aber eine breite, wachsende globale Bewegung ‚über die Nachhaltigkeit hinaus‘, die verschiedene Bereiche informiert – von der Landwirtschaft über die Architektur, die Ökologie bis hin zur Wirtschaft. Ich denke optimistisch: dass die Bewegung einen Weg durch unsere gegenwärtige Zivilisationskrise weist und Hoffnung für die dauerhafte Blüte von Menschen und Planeten bietet. Wir können das schaffen. Wir müssen.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Maurus Jacobs
Kommt aus:Geboren in Kalifornien, aufgewachsen bei Hamburg, jetzt in Leipzig
Politische Position:Hat großes Interesse, komplexe Debatten in ihrer Vielfalt, aber übersichtlich darzustellen
Arbeitet für/als:Arbeitet für eine Hamburger Medienagentur
Was Sie noch wissen sollten:Maurus hat in Hamburg für die Bergedorfer Zeitung und Die Welt geschrieben. Er studiert am Deutschen Literaturinstitut.
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