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Soll Siemens-Chef Kaeser zur Konferenz nach Saudi-Arabien fahren oder sie boykottieren?
Link zum Originalbild: https://pixabay.com/de/saudi-arabien-sonnenuntergang-84015/
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Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

am Dienstag beginnt in Saudi-Arabien eine Investorenkonferenz mit führenden Firmenbossen und Politikern aus aller Welt. Allerdings weigern sich immer mehr Unternehmer, an der Konferenz teilzunehmen: IWF-Chefin Christine Lagarde wird nicht nach Riad reisen, auch der britische Handelsminister sowie der französische Finanzminister haben abgesagt. Hintergrund der Absagen ist der Fall des Journalisten Jamal Khashoggi, der im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet wurde. Der saudi-arabische Journalist berichtete kritisch, die Hintergründe des Mordes und ob die saudische Regierung etwas damit zu tun hat sind noch unklar.

Nun wächst der Druck auf den Siemens-Chef Joe Kaeser: Er hat sich noch nicht entschieden, ob er an der Konferenz teilnehmen wird oder nicht. Unter anderem SPD-Chefin Andrea Nahles forderte ihn zuletzt auf, zuhause zu bleiben. Er selbst hatte laut einem Bericht in der WELT gesagt, er müsse teilnehmen: Denn man müsse mit den Menschen reden, um etwas zu verändern, sagte er dem Bericht zufolge.

Eine gute weiterführende Perspektive zu dem Thema bietet ein Meinungsstück in der AUGSBURGER ALLGEMEINEN ZEITUNG. Dort liefern Michael Pohl und Stefan Stahl Pro- und Contra-Argumente für die Diskussion. Pohl argumentiert auf der Pro-Seite, Kaeser müsse jetzt Haltung beweisen und die Werte Demokratie, Menschenwürde und Pressefreiheit zum Ausdruck bringen. Stahl dagegen findet, eine Teilnahme Kaesers an der Konferenz sei unmoralisch – immerhin würden in Saudi-Arabien auch außerhalb des Falles Khashoggi immer noch Menschen enthauptet.

 

Pro: „Kaeser auf der Konferenz die europäischen Werte von Demokratie, Menschenwürde und Pressefreiheit zum Ausdruck bringen und ein Signal ins im Umbruch befindliche saudische Königreich senden.“

Contra: „Wie würde das auch zusammen passen: Zu Hause der AfD samt seiner Spezial-Feindin Alice Weidel twitternd die Stirn bieten und in Riad um die Gunst der Mächtigen buhlen, an deren Händen Blut klebt? Moral ist keine flexible Größe, sondern ein Fixstern der Existenz.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit, z. B. zur Frage gesellschaftlicher Umverteilung.

Wer steckt dahinter?

Nadja Tausche
Kommt aus:München
Politische Position:Versucht, alle politischen Richtungen zumindest neutral zu betrachten
Arbeitet für/als:Arbeitet als freie Journalistin unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, den Donaukurier und The Buzzard
Was Sie noch wissen sollten:Nadja Tausche hat im bayerischen Eichstätt und in Barcelona Journalistik studiert.
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