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Warum Grüne und AfD gefährlich viel gemeinsam haben
Warum Grüne und AfD gefährlich viel gemeinsam haben
( Link zum Originalbild | Urheber: Markus Spiske | Flickr.com | CC BY-SA 2.0)

Das Argument in Kürze
Eigentlich sind AfD und Grüne politische Feinde. Doch gleichzeitig haben sie auch einiges gemeinsam, schreibt der Autor Matthias Heitmann auf ZEITGEISTERJAGD. Beide präsentieren sich als politische Alternativen zu den Volksparteien. Beide warnen vor den Entwicklungen der Moderne und profitieren von der Angst der Bürger. Und beide gehen von realitätsblinden Bürgern aus, die von oben „gerettet“ werden müssen, behauptet Heitmann.

Dieselben Ängste, dasselbe Menschenbild
Heitmann macht gleich zu Beginn seines Artikels klar: Dass aktuell andere Parteien als die Volksparteien erstarken, sollte uns keine Hoffnung machen. Ganz im Gegenteil: Die Grünen und die AfD haben Gemeinsamkeiten, die für das Land zukünftig gefährlich werden könnten.

So warnen beide mit apokalyptischen Szenarien vor den Auswüchsen der Moderne, schreibt Heitmann. Zwar warnen die Grünen vor dem Schmelzwasser der Polarkappen und die Rechten vor angeblich gefährlichen Menschenmassen – aber beide Parteien nutzen die Angst der Menschen, um Wählerstimmen zu generieren. Dabei kommunizieren beide Parteien auf eine provokante Art und Weise mit der Öffentlichkeit und versuchen so, Aufmerksamkeit zu erregen und Themen auf die politische Agenda zu setzen.

AfD und Grüne teilen außerdem ein Menschenbild: Sie gehen von naiven Bürgern aus, die umerzogen und vom Staat gelenkt werden müssen. Im grünen Denken ist das laut Heitmann der Ottonormalverbraucher, der jeglichen Kontakt zu „Mutter Natur“ verloren hat. Im rechten Denken der „deutsche Michel“, der von fremden Kräften überrannt wird. Bei beiden Parteien folgt daraus der Grundsatz, dass Staaten tief in das Leben ihrer Bürger eingreifen sollten.

„Dass zwei inhaltlich so tief in der Vergangenheit verwurzelte Formationen wie Bündnis 90 / Die Grünen und die AfD heute als „die Alternativen“ wahrgenommen werden, zeigt einerseits die verheerenden Auswirkungen der Ära der Alternativlosigkeit, die die westliche Politik in den letzten Jahren und Jahrzehnten prägte. Die gute Nachricht aber lautet: Mit dem Ende der politischen Eiszeit wird deutlich, wie sehr Veränderungen heute tatsächlich gebraucht und auch herbeigesehnt werden. Die Nachfrage ist also da, das Angebot ist hingegen noch bescheiden.“

Dieser Beitrag wurde empfohlen von: Alisa Sonntag

Wer steckt dahinter?

Matthias Heitmann
Kommt aus: Frankfurt am Main, Deutschland
Politische Position:Heitmann spricht sich immer wieder für Optimismus, positives Denken und ein positives Menschenbild und gegen Missmut und Misanthropie aus. Er versucht, Menschen in Seminaren und Vorträgen diese Werte beizubringen.
Arbeitet für/als:Autor, Seminarleiter und Sprecher, schreibt unter anderem für die WELT, die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG und CICERO.
Was Sie noch wissen sollten:In seinen Büchern, Bühnenprogrammen usw. widmet er sich häufig dem Zeitgeist.
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Ein Gedanke zu “Warum Grüne und AfD gefährlich viel gemeinsam haben

  1. Dieser Vergleich hinkt natürlich vorne und hinten… Während die AfD mit irrationalen Ängsten vor Überfremdung auf Stimmenfang geht, ist das im Artikel zitierte und im Übrigen in den Medien nach wie vor deutlich unbeliebtere Thema der Grünen, der Klimawandel, längst ein wissenschaftlich belegbarer Fakt. Und somit ist es eine Verpflichtung der Politik, auf diesem Feld endlich zu handeln. Genauso wie man vor vielen Jahren einmal die Führerscheinpflicht eingeführt und den Verkauf harter Drogen verboten hat. Oder hält Herr Heitmann die Straßenverkehrordnung und das Betäubungsmittelgesetz auch nur für Ausgeburten eines absurben „Verbotskults“? Und noch etwas: Nur weil der Autor auf eine politische These das Label „Heimatliebe“ oder „wertkonservativ“ draufklebt, wird daraus ja kein noch lange keine demokratiefeindliche oder rückwärtsgewandte Ideologie.
    Die Grünen waren zuletzt in Bayern entgegen der Behauptung von Herrn Heitmann mit einem überaus proeuropäischen Wahlkampf unter dem Motto „Mut geben statt Angst machen“ erfolgreich. Man stelle sich vor, wie absurd es wäre, solch einen Slogan auf einem AfD-Plakat zu lesen…

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