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Die Grünen sind die neue große Partei der Mitte
Die Grünen sind die neue große Partei der Mitte
( Link zum Originalbild | Urheber: pixel2013 | Pixabay | CC0 )

Das Argument in Kürze:

Man müsse in der Politik immer die Mitte finden, sagt der Grünen-Politiker Winfried Kretschmann. Weil die Grünen die „Kernfragen der Menschheit“ aufwerfen, sollten sich andere Parteien an der Partei orientieren.

Konservativ und zugleich umweltbewusst, frei und gleichzeitig sicher

Im Interview mit Mario Dobovisek sagt Kretschmann im DEUTSCHLANDFUNK, es sei wichtig, immer beide Enden des Spektrums abzudecken: Ökologie und Ökonomie, Freiheit und Sicherheit, Humanität und Ordnung. Mit einer Politik der Mitte sei die Zivilisation seit vielen tausend Jahren erfolgreich. Kretschmann sagt es in dem Interview zwar nicht explizit, man kann aber davon ausgehen, dass die Grünen seiner Meinung nach für diese Politik der Mitte stehen.

Kretschmann sagt außerdem, man müsse konservative und christliche Werte erhalten. Diesen Konservatismus müsse man aber von der Zukunft her denken: Die Umwelt zu schützen sehe er zum Beispiel als einen konservativen Wert an, weil man etwas bewahren müsse, das man so vorgefunden und nicht selbst geschaffen habe. Auch, dass man Fremden in Not helfen soll, sei wichtig und für eine offene Gesellschaft zwingend notwendig. Dass sich die Grünen inhaltlich zu sehr an die CSU annähern, die sich ja auch für konservative und christliche Werte einsetzt, glaubt Kretschmann nicht: Man sei eine eigenständige Partei mit eigenen Kernanliegen, sagt er.

Auf die Frage des Journalisten, ob der „natürliche Partner“ der Grünen nicht mehr die SPD, sondern wegen der „großen Schnittmengen“ mittlerweile die Union sei, antwortet Kretschmann: Man habe mit der SPD regieren wollen, nun regiere man in vielen Bundesländern mit der Union, um eine stabile Regierung sicherzustellen. Dass die Grünen fähig sind, sowohl mit konservativen als auch mit eher linken Parteien Koalitionen zu führen, könnte man als Argument für die Grünen als neue Volkspartei werten.

„Auch das ist ein Klassiker, der stammt in dem Fall von Aristoteles, dass die richtige Tugend die Mitte zwischen Übermaß und Mangel, zwischen zu viel und zu wenig ist. Deswegen bin ich ein großer Anhänger dieser richtigen Mitte in der Politik, weil wir damit einfach erfolgreich gewesen sind in unserer Zivilisation seit vielen tausend Jahren.“

 

Der Beitrag wird empfohlen von: Nadja Tausche

 

 

Wer steckt dahinter?

Winfried Kretschmann
Kommt aus:Spaichingen, Baden-Württemberg
Arbeitet für/als:Ministerpräsident von Baden-Württemberg
Was Sie noch wissen sollten:Kretschmann ist der erste Ministerpräsident eines deutschen Bundeslandes, der von den Grünen gestellt wird. Im Interview spricht er auch über sein gerade erschienenes Buch mit dem Titel „Worauf wir uns verlassen wollen – Für eine Idee des Konservativen im Wandel“.
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