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Frauen müssen im Haushalt immer allein an alles denken – und das ist Diskriminierung
Frauen müssen im Haushalt immer allein an alles denken - und das ist Diskriminierung

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

die Gläserne Decke, Frauenquote, die Pink Tax – Geschlechterdiskriminierung ist in Deutschland oft Thema. Viele haben dennoch das Gefühl, dass sie das Ganze nichts angeht. Häufig geht es um Zahlen, um wirtschaftliche Macht, um Statistiken, um abstrakte Fragen. Dabei findet Geschlechterdiskriminierung auch ganz alltäglich im Leben vieler Frauen statt. Auch in dem junger Frauen, deren Partner mit anpacken im Haushalt. Denn die Wurzeln von Geschlechterdiskriminierung liegen tiefer, als vielen bewusst ist.

Die meisten jungen Frauen, die mit einem Mann zusammenleben, dürften den Satz kennen: „Du hättest doch nur fragen müssen!“ Er kommt, wenn mal wieder der Müll seit drei Tagen voll, aber nicht in der Tonne ist. Oder wenn die Wäsche zwar zusammengelegt ist, aber der Wäscheständer noch da steht. Frauen sind diejenigen, die daran denken müssen, neues Klopapier zu kaufen. Oder die Waschmaschine anzuschalten, damit jeder im Haushalt am nächsten Morgen saubere Unterhosen tragen kann. Die sich um Arzttermine für die Kinder kümmern, um Geburtstagsgeschenke für die Verwandtschaft. Frauen tragen die Verantwortung für alles im Haushalt. Auch, wenn Männer das nicht immer sehen.

Frauen müssen jederzeit an alles denken – denn sonst macht es keiner. FeministInnen nennen das „mentale Last“. Aber den Haushalt zu organisieren und gleichzeitig noch viele der Tätigkeiten zu übernehmen, das ist ein Großteil der ganzen Arbeit. Diese liege zu 100 Prozent auf den Schultern der Frauen, schreibt KRAUTREPORTER. Und zeigt in einem Comic lebensnah, wie das aussieht. Das ist nicht nur erfrischend und unterhaltsam, sondern öffnet auch die Augen. KRAUTREPORTER ergänzt den Comic außerdem noch um Tipps, wie Frauen etwas von der mentalen Last auf ihren Schultern abgeben können. Und holt ihn hinter der Paywall hervor, damit jeder ihn lesen kann. Win-Win-Situation.

Für mich wird diese mentale Last dann greifbar, wenn ich beschließe, so etwas Einfaches zu machen, wie zum Beispiel den Wohnzimmertisch abzuräumen.

Ich fange damit an, einen der aufzuräumenden Gegenstände zu nehmen, aber auf dem Weg stolpere ich über ein schmutziges Handtuch und hebe es auf, um es in den Wäschekorb zu tun, der aber schon voll ist. Also setze ich eine Wäsche auf und stoße auf meinen Korb mit dem Gemüse, das dringend kühlgestellt werden muss. Während ich das Gemüse verstaue, fällt mir ein, dass ich den Senf noch auf die Einkaufsliste setzen muss. Und so geht es immer weiter. Schlussendlich bringe ich zwei mühsame Stunden damit zu, den Tisch abzuräumen.

Wenn ich meinen Freund bitte, den Tisch abzuräumen, wird er nur den Tisch abräumen. Das Handtuch bleibt auf dem Boden liegen, das Gemüse wird auf der Arbeitsfläche verrotten und beim Abendessen fehlt der Senf.“

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit, z. B. zur Frage gesellschaftlicher Umverteilung.

Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet unter anderem für The Buzzard, die Mitteldeutsche Zeitung und die Freie Presse Chemnitz als freie Journalistin.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.
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