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Das Ausmaß der neuen Automatisierungswelle ist außergewöhnlich – und wird Millionen Jobs kosten
Das Ausmaß der neuen Automatisierungswelle ist außergewöhnlich – und wird Millionen Jobs kosten

Das Argument in Kürze:

In der Debatte um die Zukunft der Arbeit gibt es jene Stimmen, die die Automatisierung eher als Chance denn als Risiko sehen – und es gibt Patrick Spät, promovierter Philosoph, Kapitalismuskritiker und Automatisierungs-Pessimist. Er geht nicht nur davon aus, dass durch die Automatisierung mehr und mehr Menschen in Leiharbeit, als Selbstständige und im Niedriglohnsektor arbeiten werden. Sondern Spät meint auch, dass unter dem Strich mehr Jobs verloren gehen als dass neue entstehen werden. Eine lesenswerte Analyse, auch wenn der Text schon vor zweieinhalb Jahren veröffentlicht wurde.

Die Phase der Automatisierung schafft keine Arbeitsplätze, sondern vernichtet sie.

Spät schreibt, es stimme zwar, dass der technologische Fortschritt schon immer bestimmte Berufe verdrängt habe.  Allerdings rolle nun eine Welle auf uns zu, die eine völlig neue Dimension erreiche. Dafür sieht er mehrere Gründe:

  • Erstens entwickelten sich die Technologie und ihre Produktionskapazitäten schneller als die Märkte, die immer mehr gesättigt sind. So werde der Mensch im Produktionsprozess zunehmend irrelevant.
  • Zweitens sind die neuen Technologien laut Spät anders als in früheren Phasen so effektiv, dass sie weit mehr Jobs ersetzen als für die Produktion oder Bedienung der Maschinen notwendig sei. Während in den Achtzigern nach seinen Angaben (für die er leider eine Quelle schuldig bleibt) noch 8,2 Prozent der Arbeitnehmer in den neu entstandenen Branchen Arbeit gefunden hätten, waren in den 2000ern laut Spät nur noch 0,5 Prozent.

Spät resümiert daher: Unter dem Strich koste die Automatisierung mehr Jobs als sie entstehen lasse.

Im Text nennt er ein weiteres Problem: Dass der Arbeitsmarkt schrumpft, ist ein Prozess der sich selbst verstärkt. Spät nimmt an dieser Stelle Bezug zu Karl Marx und argumentiert: Wenn weniger Menschen in Lohn und Brot stünden, gerate auch der Konsum ins Stocken. Um eine Überproduktion zu vermeiden, werden Unternehmer weitere Menschen entlassen. Am Ende blieben nur die Maschinen.

„Der Verkauf der Ware Arbeitskraft wird im 21. Jahrhundert genauso aussichtsreich sein wie im 20. Jahrhundert der Verkauf von Postkutschen.“

Der Beitrag wird empfohlen von: Jannis Camesin.

Weitere Lesetipps von The Buzzard:

Wer steckt dahinter?

Patrick Spät
Kommt aus:Berlin
Politische Position:Spät gilt als Kapitalismus- und Arbeitskritiker und hat eine Reihe von Büchern zum Thema veröffentlicht.
Arbeitet für/als:Freier Journalist, Buchautor und Lektor. Er ist promovierter Philosoph.
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