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Wir sind nicht der einzige Kontinent mit einer „Flüchtlingskrise“
Wir sind nicht der einzige Kontinent mit einer "Flüchtlingskrise"

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

2015 ließ der Bürgerkrieg in Syrien und das Erstarken der Terrormiliz Islamischer Staat in der Region die Flüchtlingszahlen in Deutschland ansteigen. Seitdem gab es kaum einen Moment, in der das Thema nicht präsent in den Medien und in der öffentlichen Diskussion war. Immer wieder ging es um die Geflüchtetenzahlen, um Integrationspolitik, um die Situation in der Herkunftsländern.

Worüber wir in Deutschland nicht geredet haben: Der mittlere Osten ist nicht die einzige Region weltweit, aus der eine große Zahl an Menschen flüchten – und Europa ist nicht die einzige Region, die eine große Zahl an Geflüchteten aufnimmt. Denn da ist noch Lateinamerika.

Täglich kommen aus Venezuela 500 Menschen in der kleinen brasilianischen Grenzstadt Pacaraima an – Tendenz steigend. Am Samstag führte schon allein das Gerücht, dass Venezolaner einen brasilianischen Händler ausgeraubt hätten, zu einem wütenden Mob und Lynchjustiz. Die Stimmung ist angespannt – ähnlich wie auch hierzulande. 2,3 Millionen Venezolaner sind bereits aus ihrem Heimatland geflüchtet, das sind etwa sieben Prozent der ursprünglichen Bevölkerung. Sie fliehen vor ihrem Präsidenten Nicolás Maduro, unter dem das Land zu einer Diktatur geworden ist. 800.000 der venezolanischen Flüchtlinge sind auch in Kolumbien gelandet, wo die innenpolitische Lage auch so schon heikel ist.

Die kolumbianische Regierung hat deswegen einen Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen für die Krise gefordert. Ecuador, in dem Land herrscht bereits der Notstand, hat währenddessen die Außenminister von 12 süd- und zentralamerikanischen Staaten zu einem Krisentreffen eingeladen. Der ECONOMIST sprach sogar von der möglicherweise größten Fluchtbewegung in der Geschichte Lateinamerikas.

„Lateinamerika bezahlt nun den Preis dafür, dass es der angekündigten Katastrophe in Venezuela zu lange tatenlos zugesehen hat. Jahrelang haben Linkspräsidenten wie Lula und Rousseff in Brasilien oder auch die Kirchners in Argentinien sich mit Venezuela solidarisch gezeigt – und zugeschaut, wie die Präsidenten Chávez und Maduro dort die Demokratie aushöhlten und das Land wirtschaftlich an die Wand fuhren.“

Hier entlang zum Originalbeitrag.

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Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet außer für THE BUZZARD unter anderem für den MDR.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.
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