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Wir können VW vertrauen, dass der Konzern aus der Krise selbst lernt
Wir können VW vertrauen, dass der Konzern aus der Krise selbst lernt

Das Argument in Kürze

Herbert Diess ist seit 2015 bei Volkswagen, und seit April 2018 ist er Vorstandsvorsitzender. Im Interview mit der ZEIT erklärt er, dass wir darauf vertrauen können, dass Unternehmen selbst Verantwortung übernehmen. Bei VW ist nämlich, so Diess, zweierlei geschehen: Die Verantwortlichen der Dieselkrise haben ihre Posten geräumt, der Konzern habe also selbstständig Konsequenzen gezogen. Und: VW habe Lösungen des Problems – er bezieht sich auf Software-Nachrüstungen – aus eigenem Interesse angestoßen, nicht wegen politischen Drucks. Sein Argument: Konzerne müssen von der Politik demnach nicht viel stärker beschränkt werden. Sie regeln das schon selbst. 

Die Verantwortung lieber nicht allein den Unternehmen überlassen

Wenn die ZEIT kritische Fragen stellt, sagt Herbert Diess gern, dazu könne er nichts sagen. Hätte VW die Software nicht früher nachbessern können? Reichen Software-Updates aus? Dazu könne er nichts sagen, er sei erst seit 2015 bei VW. Haben wirklich alle Verantwortlichen ihre Stellen geräumt? Das könne er nicht kommentieren.

Was Diess klar sagt: Höchste Priorität bei VW ist gerade, das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen, das heißt, die Fahrzeuge in Ordnung zu bringen. 80 Prozent der Fahrzeuge seien bereits mit neuer Software ausgestattet. Das Signal, das Diess senden möchte, ist also: Wir haben aus den Fehlern gelernt und lösen das Problem, selbstständig.

Doch auch Diess würde die Verantwortung nicht allein den Unternehmen überlassen. Er spricht sich aus für gesetzliche Vorgaben für Emissionen und Verbrauch. Die ermöglichten es der Industrie, selbst nach Lösungen zu suchen. Anders als etwa eine Quote für E-Autos. Selbst die könne jedoch Entwicklungen anschieben: Diess nennt China als Beispiel, wo VW durch eine Quote gezwungen sei, bis 2025 600.000 E-Autos anzubieten. Bis dahin will VW auch Weltmarktführer sein in der Elektromobilität.

Die Dieselkrise sieht er als Ausgangspunkt für „Wechsel und Wandel“. Als „Chance“. Das klingt nach Politikersprech. Wenn es konkret wird, äußert sich Diess beschwichtigend: Etwa hält er Hardware-Nachrüstungen für einen zu großen Eingriff, noch dazu sei der positive Effekt auf die Umwelt umstritten. Er weist darauf hin, dass VW-Wagen bereits zu den besten gehören, was die Stickoxid-Emissionen betreffe. Und seine Prognose für VW und das Auto im Allgemeinen ist dann auch voller Zuversicht:

„Das Auto hat wahrscheinlich die besten Tage noch vor sich. Es wird viele von den negativen Aspekten, die wir heute diskutieren, verlieren. Es wird sicherer, sauberer und komfortabler werden und in seiner Bedeutung als Verkehrsmittel noch zunehmen.“

Der Beitrag wird empfohlen von: Maurus Jacobs

Wer steckt dahinter?

Herbert Diess
Kommt aus:München
Arbeitet für/als: Seit April 2018 ist Diess Vorstandsvorsitz bei Volkswagen. Er ist außerdem Aufsichtsratsvorsitz bei Skoda und Audi und Aufsichtsratsmitglied bei Infineon.
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