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Merkel am Ende? Zwei Gründe, die dagegen sprechen
Merkel am Ende? Zwei Gründe, die dagegen sprechen

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

dass die CDU-Fraktion Volker Kauder als ihren Chef abgewählt hat, war eine Überraschung. Wenig überraschend sind die Kommentare, die dazu seitdem veröffentlicht werden. Die Fraktion hat sich mit der Wahl explizit gegen Merkels Wunschkandidaten gestellt – und schon hört man von der „Merkel-Dämmerung“. Der ZDF-Chefredakteur Peter Frey verkündet: „Merkels Kanzlerschaft implodiert“. Auch die NZZ sieht schon das „Ende der Ära Merkel“. Und auf Spiegel Online lesen wir von Merkels „Abschied von der Macht“.

Wohl kaum, glaubt Markus Lippold auf n-tv. Kauders Abwahl sei eine Niederlage für Merkel, das schon. Doch ein Ende ihrer Amtszeit? Bedeute das nicht. Zum einen sei Kauder an seiner Niederlage selbst schuld: Er hat, schreibt Lippold, Kritiker gern mal „abgewatscht“ und sich so viele Feinde gemacht. Das Votum der Fraktion sei also nur zum Teil gegen Merkel gerichtet.

Zum anderen, so Lippold weiter, hat die Fraktion überhaupt kein Interesse daran, die eigene Kanzlerin zu demontieren – am wenigsten der neu gewählte Fraktionschef Ralph Brinkhaus selbst:

„[Es] ist nicht ausgemacht, dass Merkel nicht auch mit Brinkhaus gut zusammenarbeiten kann. Der Ostwestfale ist kein lauter Egomane, er ist kein energischer Merkel-Kritiker. Mehr als einmal betonte er, dass seine Kandidatur nicht explizit gegen die Kanzlerin gerichtet sei. Auch nach seiner Wahl sagte er, dass die Fraktion ‚ganz fest’ hinter Merkel stehe. Er freue sich auf eine enge und vertrauensvolle Kooperation. ‚Da passt zwischen uns kein Blatt Papier.‘ Eine Auflehnung klingt anders.“

 

Stefan Niggemeier hat in seinem Blog „Übermedien“ Schlagzeilen aus den vergangenen 18 Jahren gesammelt, die allesamt Merkels Ende voraussagen. Eine lange und unterhaltsame Liste, die hilft, die aktuelle Berichterstattung zu verstehen.

 

Hier entlang zum Originalbeitrag von Lippold.

Hier entlang zum Originalbeitrag von Niggemeier.

 

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit. 

Wer steckt dahinter?

Maurus Jacobs
Kommt aus:Geboren in Kalifornien, aufgewachsen bei Hamburg, jetzt in Leipzig
Politische Position:Hat großes Interesse, komplexe Debatten in ihrer Vielfalt, aber übersichtlich darzustellen
Arbeitet für/als:Arbeitet für eine Hamburger Medienagentur
Was Sie noch wissen sollten:Maurus hat in Hamburg für die Bergedorfer Zeitung und Die Welt geschrieben. Er studiert am Deutschen Literaturinstitut.
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