Zurück zu allen Tagesempfehlungen
Viel Arbeiten hilft nicht viel
Viel Arbeiten hilft nicht viel

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

wir leben in einer Leistungsgesellschaft – Stress gehört bei vielen zum Arbeitsalltag fest dazu. Wie wir arbeiten, ist in letzter Zeit auch immer wieder Thema der öffentlichen Debatte gewesen. Der amerikanische Autor David Graeber geht davon aus, dass 40 Prozent aller Erwerbstätigen einen Job haben, der keinen Mehrwert leistet und eigentlich unnötig ist. Laut einer Studie, die das Wissenschaftszentrums Berlin vor kurzem veröffentlicht hat, arbeiten außerdem 12,3 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland mehrere Jahre lang in perspektivlosen Jobs mit geringem Einkommen und fehlender sozialer Absicherung. Immer mehr Menschen sind auch am Wochenende auf Arbeit und machen Überstunden.

Die Autorin Jessica Wagener zeigt jetzt auf ZE.TT, dass genau das falsch ist. Sie argumentiert mit einer Studie der City University London. Dort haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Arbeitseifer keinerlei positive Konsequenzen für Arbeitnehmer hat. Ganz im Gegenteil: Die Erwerbstätigen, die besonders viel arbeiteten, bekamen in der Studie alle weniger Anerkennung und hatten geringere Aufstiegschancen. Hohe Arbeitsintensität sei dabei sogar noch schlimmer als Überstunden. Wer überarbeitet ist, schreibt Wagener, ist unkonzentriert, unkreativ und außerdem auch selbst unzufriedener mit seiner Arbeitsstelle. Pausen bei der Arbeit seien wichtig – sich selbst zu immer härterer Arbeit anzuspornen, nutze keinem.

Kreativität gedeiht in Denkpausen. Das ist der Grund, warum wir beim Zähneputzen die besten Einfälle haben – weil das Gehirn dann auf Autopilot läuft und endlich mal Zeit hat, Eindrücke zu verarbeiten, Dinge miteinander zu verknüpfen und neue Gedanken zu entwickeln. Das funktioniert nicht, wenn permanent Impulse von außen unsere Synapsen strapazieren.“

Hier entlang zum Originalartikel.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen um 7 Uhr erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

 

Wer steckt dahinter?

Alisa Sonntag
Kommt aus:Ursprünglich aus dem Raum Chemnitz, aktuell in Leipzig.
Politische Position:Arbeitet bei THE BUZZARD, weil sie möglichst viele Menschen ermutigen möchte, die eigene Filterblase ab und an mal zu verlassen.
Arbeitet für/als:Studiert in Halle an der Saale "Multimedia und Autorschaft" und "International Area Studies" im Master. Arbeitet außer für THE BUZZARD unter anderem für den MDR.
Was Sie noch wissen sollten:Hat ihr Bachelorstudium in Politik- und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen.
Lies The Buzzard ab sofort in deinem E-Mail Postfach. Nein danke