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Wie könnte eine Wiedervereinigung Koreas aussehen?
Wie könnte eine Wiedervereinigung Koreas aussehen?
( Link zum Originalbild | Urheber: www_slon_pics | Pixabay | CC0 1.0 )

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

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Südkoreas Präsident Moon Jae In und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un trafen sich in dieser Woche zu Verhandlungen in Pjöngjang. Nachdem bereits das erste Zusammentreffen der beiden Staatschefs als historischer Schritt gefeiert worden war, gab es in dieser Woche weitere Fortschritte auf dem Weg zu atomarer Abrüstung und verbesserten Beziehungen der beiden Länder: Nordkorea hat sich unter anderem bereiterklärt, seine Testanlage für Raketenantriebe in Anwesenheit internationaler Experten zu schließen. Auch wollen beide Seiten jegliche Artillerie-Übungen in Grenznähe stoppen. Bei den Olympischen Spielen 2020 will man mit einer gemeinsamen Mannschaft antreten und sich sogar um die gemeinsame Ausrichtung der Spiele im Jahr 2032 bemühen.

Die US-Regierung reagierte erfreut auf die Fortschritte – wenn auch mit deutlichen Forderungen an einen Zeitplan zur atomaren Abrüstung Nordkoreas. Kim wünscht sich derweil ein baldiges zweites Treffen mit US-Präsident Trump. Die FRANKFURTER RUNDSCHAU spricht derweil von einem „Durchbruch“. Rückt ein Friedensschluss zwischen Nord- und Südkorea also, mehr als 70 Jahre nach dem Waffenstillstand, in greifbare Nähe?

Das Wirtschaftsmagazin BRAND EINS fragt in einem aktuellen Beitrag: Was wäre, wenn Nord- und Südkorea wieder ein Land wären? Der Kolumnist Christoph Koch betrachtet das Szenario vor allem anhand demographischer und ökonomischer Kennziffern. So erreiche der kommunistische Norden nicht einmal ein Prozent von Südkoreas Bruttoinlandsprodukt. Doch auch andere Konsequenzen der jahrzehntelangen Teilung zeigt Koch auf, darunter deutliche Unterschiede in der Lebenserwartung sowie nicht zu unterschätzende kulturelle Differenzen. Eine Wiedervereinigung der beiden koreanischen Staaten wäre zudem mit immensen Kosten verbunden – zu decken möglicherweise durch die reichen Vorkommen an Bodenschätzen in Nordkorea, u.a. von sogenannten Seltenen Erden.

Manches mag man als Zahlenspielerei abtun. Aber dennoch betrachtet Kochs Text ein interessantes Szenario, dessen globale Auswirkungen bemerkenswert sein könnten:

„Eine Studie von Goldman Sachs prophezeite 2009, dass ein vereintes Korea trotz aller Kosten und Widrigkeiten nach 30 bis 40 Jahren sämtliche G7-Staaten mit Ausnahme der USA wirtschaftlich übertreffen würde.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit, unter anderem zu Nordkorea.

Wer steckt dahinter?

Frank Kaltofen
Kommt aus:Immer Thüringer gewesen, jetzt in Leipzig
Arbeitet für/als:Redakteur in verschiedenen Kontexten
Was Sie noch wissen sollten:Studierter Politikwissenschaftler und jetzt Schreiberling. Interessiert an Menschen und ihren Geschichten. Schreibt seit 2007, am liebsten über Kulturelles & Zeitgeschichtliches.
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