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Großbritannien braucht ein zweites Referendum
Großbritannien braucht ein zweites Referendum

Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard.

Guten Morgen,

beim aktuellen EU-Gipfel in Salzburg, der am Mittwochabend begonnen hat, ist der Brexit das wichtigste Thema. Denn die Zeit wird knapp. Eigentlich sollte bis Mitte Oktober eine Vereinbarung stehen – das ist jedoch kaum zu schaffen. Ein Brexit ohne Vereinbarung wäre eine „Katastrophe”, sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk im Vorfeld des Gipfels. Und auch sonst ist die Sorge groß: Der britische Botschafter spricht im Bezug auf den Brexit von der Wahl zwischen Pest und Cholera. Theresa Mays Forderung an die EU, sie solle Zugeständnisse machen, vergleicht Sebastian Borger in der Frankfurter Rundschau mit einem Hilferuf. May möchte von ihrem bisherigen Kurs jedoch nicht abweichen.

Dem FAZ-Journalisten Peter Sturm kommt die Brexit-Debatte zunehmend schrill vor. Unzählige Szenarien tauchen auf und verschwinden wieder, stellt er fest – einig sei man sich allein in einem: dass der Brexit sowohl Großbritannien als auch der EU schaden werde. Sturm weist darauf hin, dass die Brexit-Befürworter 2016 ihre Kampagne mit unseriösen Argumenten geführt haben; den Austrittsgegnern hingegen habe jede Überzeugungskraft gefehlt. Eigentlich hat niemand wirklich an einen Austritt geglaubt, so Sturm. Und eben deshalb fordert er eine zweite Abstimmung, sobald die Verhandlungen abgeschlossen sind. Dann nämlich wisse die Bevölkerung tatsächlich, worüber genau sie abstimme.

„Über die Unzulänglichkeiten der ‚direkten Demokratie’ kann man lange Abhandlungen schreiben. Aber im britischen Fall gilt: Wenn das Volk denn klug genug war, 2016 in allgemeiner Form über die Wünschbarkeit eines Austritts aus der Europäischen Union zu befinden, warum soll es das dann in einigen Monaten nicht wieder tun dürfen, wenn klar ist, welche Folgen der Austritt für wen hätte?“

 

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Jeden Montag- bis Freitagmorgen erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Maurus Jacobs
Kommt aus:Geboren in Kalifornien, aufgewachsen bei Hamburg, jetzt in Leipzig
Politische Position:Hat großes Interesse, komplexe Debatten in ihrer Vielfalt, aber übersichtlich darzustellen
Arbeitet für/als:Arbeitet für eine Hamburger Medienagentur
Was Sie noch wissen sollten:Maurus hat in Hamburg für die Bergedorfer Zeitung und Die Welt geschrieben. Er studiert am Deutschen Literaturinstitut.
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