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Diese drei Dinge kann jeder Einzelne tun, um den Klimawandel zu bekämpfen
Diese drei Dinge kann jeder Einzelne tun, um den Klimawandel zu bekämpfen

Das Argument in Kürze:

Der Klimawandel ist das Resultat von unzähligen Entscheidungen einzelner Menschen. Was die einzelnen Personen tun können, um ihren individuellen CO2-Ausstoß zu reduzieren, haben die Klimaforscher Seth Wynes und Kimberly A. Nicholas in einer umfassenden Studie untersucht. Das Ergebnis: Am besten für das Klima wäre es, ohne Auto zu leben, auf Flugreisen zu verzichten sowie kein Fleisch mehr zu essen. Die effektivste Methode ist aber, ein Kind weniger zu bekommen.

 

Der Klimawandel entsteht durch die summierten Entscheidungen einzelner

Seth Wynes und Kimberly Nicholas von den Universitäten Lund und British Columbia haben sich für ihre Studie auf Industriestaaten beschränkt. Dort haben sie Literatur ausgewertet sowie selbst Untersuchungen durchgeführt. Vor allem müsse man sich an Jugendliche wenden, so eines der Hauptergebnisse: Diese seien noch nicht so festgefahren in den Abläufen und müssten viele richtungsweisende Entscheidungen erst noch treffen.

Einige der Tipps, die man allgemein zum CO2-Ausstoß kenne, seien nicht so effektiv, meinen die beiden Klimaforscher: Wenn man etwa recycelt oder die Glühbirnen wechselt, spare das zwar Strom. Viel wirksamer seien aber andere Methoden, nämlich die folgenden: Wer auf das Auto verzichtet, spart eine beachtliche Menge CO2 ein, nämlich 2,4 Tonnen pro Jahr. Wer sich nicht mehr ins Flugzeug setzt, spart pro Langstreckenflug noch 1,6 Tonnen ein. Und wer auf Fleisch verzichtet, reduziert seinen individuellen CO2-Ausstoß immerhin noch um 0,8 Tonnen pro Jahr. Am effektivsten für das Klima wäre es aber, wenn jede Person ein Kind weniger bekommen würde. Dann nämlich könnte jeder Mensch in den Industrienationen im Durchschnitt 58,6 Tonnen pro Jahr an CO2 einsparen.

Mit diesem Ergebnis sind Wynes und Nicholas durchaus auf Kritik gestoßen. Auf die Überbevölkerung zu verweisen, sei die Standardausrede, keine anderen Maßnahmen gegen den Klimawandel ergreifen zu müssen, zitiert zum Beispiel Spiegel Online den Geobiologen Reinhold Leinfelder. Studienautorin Nicholas gibt demnach selbst zu: Die Zahl der Kinder sei eine zutiefst persönlich Entscheidung.

“Der Klimawandel ist das Ergebnis einer Ansammlung von Treibhausgasen in der Atmosphäre, die durch Milliarden einzelner Entscheidungen entstehen. Wir machen dafür eine Bandbreite individueller Entscheidungen in der Lebensführung aus und berechnen ihr Potenzial, um den Ausstoß von Treibhausgasen in Industrienationen zu reduzieren.”

Dieser Beitrag wird empfohlen von: Nadja Tausche

 

Weiterer Lesetipp von The Buzzard:

Wer die Studie nicht im Original auf Englisch lesen möchte, findet zahlreiche deutsche Zusammenfassungen. Hier findet sich beispielsweise eine Zusammenfassung in der Frankfurter Rundschau.

Wer steckt dahinter?

Seth Wynes und Kimberly A. Nicholas
Kommt aus:US
Arbeitet für/als:Klimaforscher
Was Sie noch wissen sollten:Die Ergebnisse der Forscher sorgten bei Erscheinen im Juli 2017 auch in deutschen Medien für Aufruhr, unter anderem bei der Frankfurter Rundschau und Spiegel Online.
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