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Deutschland braucht die Braunkohle
https://pixabay.com/de/bagger-schaufelradbagger-tagebau-1050501/
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Der tägliche Blick über den Tellerrand mit The Buzzard

Guten Morgen,

Deutschland muss weg von fossilen Rohstoffen und hin zu erneuerbaren Energien. Das hat die Bundesregierung erkannt und deshalb im Juni diesen Jahres eine Kommission eingesetzt, die den Weg aus der Energiegewinnung durch Kohle ebnen soll. Die aktuelle Diskussion um den Hambacher Forst zeigt aber: Den Energiewandel in die Praxis umzusetzen, bringt Schwierigkeiten mit sich.

Denn Braunkohle ist in Deutschland immer noch wichtig, wichtiger, als es manchem Umweltschützer lieb ist. Wälder zu roden, den Boden aufzubohren und endliche Rohstoffe daraus zu entnehmen, ist nach Meinung vieler Kritiker zwar veraltet und rückwärtsgewandt – lässt sich doch mit Sonne und Wind unendlich Strom produzieren. Auf der anderen Seite ist Deutschland immer noch auf die alten Formen der Energiegewinnung angewiesen. Die Fakten liefert Ferdinand Knauß in der Online-Ausgabe der WIRTSCHAFTSWOCHE.

Demnach hängen bundesweit rund 70 000 Arbeitsplätze an Abbau und Verstromung von Braunkohle, zitiert Knauß den Bundesverband Braunkohle. Auch sei die Zahl innerhalb der letzten Jahre nicht gesunken, sondern trotz des bevorstehenden Ausstiegs relativ konstant geblieben. Außerdem schreibt Knauß: Braunkohle trage nach wie vor viel zum Primärenergieverbrauch teil. Das heißt, es wurde 2017 trotz Erneuerbarer Energien nur leicht weniger Braunkohle verbraucht als im Jahr 2005. Insgesamt basiere jede vierte verbrauchte Kilowattstunde hierzulande auf dem Einsatz von Braunkohle, so Knauß.

Seine Schlussfolgerung: Der Ausstieg aus der Braunkohle sei in Deutschland noch nicht effektiv im Gange. Wie ernst es Deutschland mit dem Ausstieg ist, darauf könnte die Entscheidung um eine Rodung des Hambacher Forstes Hinweis geben.

„Der Ausstieg aus der Braunkohle ist beschlossen, der Termin noch nicht. Als Energieträger hat die Braunkohle bisher noch kaum an Bedeutung verloren.“

 

Hier entlang zum Originalbeitrag.

Jeden Montag- bis Freitagmorgen erscheint an dieser Stelle der Perspektivwechsel am Morgen. Hier finden Sie täglich einen Artikel, der zu einem aktuellen Tagesthema eine alternative Sichtweise bietet. In unserem Archiv finden Sie darüber hinaus Debattenübersichten zu den wichtigen politischen Themen unserer Zeit.

Wer steckt dahinter?

Nadja Tausche
Kommt aus:München
Politische Position:Versucht, alle politischen Richtungen zumindest neutral zu betrachten
Arbeitet für/als:Arbeitet als freie Journalistin unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, den Donaukurier und The Buzzard
Was Sie noch wissen sollten:Nadja Tausche hat im bayerischen Eichstätt und in Barcelona Journalistik studiert.
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